Polizei vermutet rücksichtsloses Verhalten als Grund für tödlichen Unfall / „Wir sind noch völlig geschockt“
Überholmanöver soll Ursache sein

Billerbeck (sdi/pd). „Rücksichtsloses und unüberlegtes Überholen eines jungen Fahranfängers“ sind laut Polizei vermutlich die Ursache für den tödlichen Verkehrsunfall am Pfingstmontag auf der Landesstraße 581, bei dem ein 20-jähriger Autofahrer den Tod eines 54-jähriger Motorradfahrers verursacht hat (wir berichteten). Wie die Polizei mitteilt, stehen die Ermittlungen kurz vor dem Abschluss. Zwar würden die genauen Untersuchungen des Sachverständigen am Auto des 20-Jährigen noch ausstehen, aber ein technischer Defekt sei unwahrscheinlich, da es sich um ein relativ neues Fahrzeug handele. In ersten Befragungen der Unfallzeugen habe sich angedeutet, „dass ein unüberlegtes Überholmanöver unfallursächlich für diese dramatischen Folgen sein dürfte.“ Da sich der 20-Jährige in der Probezeit befand, wurde sein Führerschein sofort auf Anordnung einer Richterin beschlagnahmt.

Dienstag, 10.06.2014, 15:24 Uhr

Der Autofahrer aus dem Allgäu soll in einer unübersichtlichen Kurve ein vor ihm fahrendes Auto überholt haben und dann frontal mit dem Motorrad kollidiert sein. Dem 20-Jährigen und seiner 17-jährigen Beifahrerin gehe es den Umständen entsprechend, Lebensgefahr bestehe nicht, so die Polizei.

„Meine Kollegen und ich sind noch völlig geschockt ob der Bilder von der Unfallstelle“, so Pressesprecher Martin Pollmann. „Mir ist es unerklärlich, wie man an der Unfallstelle auch nur im Ansatz über ein Überholmanöver nachdenken konnte. Die schlimmen Bilder werden wir sicher noch einige Zeit im Gedächtnis haben“, so Pollmann weiter. Es sei völlig frustrierend, dass trotz intensivster Präventionsmaßnahmen wie dem „Crash-Kurs NRW“ immer wieder junge Fahrzeugführer solche schweren Unfälle verursachten.

In den kommenden Tagen sollen die Unfallzeugen und nach Möglichkeit auch der Unfallfahrer und seine Beifahrerin durch Experten der Polizei vernommen werden. Nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen werde der Vorgang der Staatsanwaltschaft in Münster zur weiteren Entscheidung übersandt. Gegen den 20-Jährigen wurde ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung und Gefährdung des Straßenverkehrs eingeleitet.

Der zweite Motorradfahrer konnte das Krankenhaus nach ambulanter Behandlung wieder verlassen.

Unter den zahlreichen Rettungskräften waren auch Helfer der Freiwilligen Feuerwehr Billerbeck.

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