Jessica Meinert, Alessa Meinert, Eva Lammers und Denise Langner engagieren sich bei der Freiwilligen Feuerwehr
Geballte Frauen-Power bei der Wehr

Billerbeck. Sie haben schon in ganz jungen Jahren Feuer gefangen: Die Frauen der Freiwilligen Feuerwehr Billerbeck. „Wir waren fünf Mädels aus der Nachbarschaft, die gemeinsam in die Jugend-Feuerwehr eingetreten sind“, sagt Jessica Meinert. Sie stieg mit dreizehn Jahren ein, ihre Freundinnen Denise Langner und Eva Lammers waren damals noch ein Jahr jünger. Die anderen beiden aus diesem Quintett haben den Wohnort gewechselt und sind deshalb nicht mehr bei den Billerbecker Blauröcken. Dafür holte Jessica Meinert ihre jüngere Schwester mit ins Boot. Da die Jugend-Feuerwehr nicht zwangsläufig Voraussetzung ist, ließ sich Alessa Meinert 2012 direkt in die aktive Wehr aufnehmen.

Montag, 30.06.2014, 16:58 Uhr

Bei Denise Langner ist zu vermuten, dass die Einsatzfreude in den Genen liegt, schließlich leitet ihr Vater die Feuerwehr. Mit ihrem „Dad“ war sie natürlich oft als Kind auf der Wache. „Das fand´ ich allerdings eher nervig. Aber irgendwann kam dann auch für mich der Punkt, wo diese Arbeit für mich interessant wurde“, erklärt die 24-Jährige, die im wahren Leben als Friseurmeisterin im Einsatz ist.

Das Besondere an der Jugend-Feuerwehr ist und da sind sich alle, die dabei waren einig, dass „die gemeinsame Zeit zur Hälfte aus schöner Freizeitbeschäftigung besteht, während in der anderen Hälfte Angriffsübungen gemacht und Einsätze geprobt werden“, sagt Ober-Feuerwehrfrau Eva Lammers.

Zusammen mit Ober-Feuerwehrfrau Denise Langner gehört sie heute zu den Betreuerinnen der Jugend-Feuerwehr, die dafür sorgen, dass der Nachwuchs fit gemacht wird für die „Leistungsspange“. Das ist der Wettbewerb, dem sich die Jugend-Feuerwehr stellen muss. Dabei gilt es Löschangriffe aufzubauen, Schläuche – auf Zeit – zu verlegen, technische Fragen zu beantworten, Staffelläufe und Kugelstoßen zu bewältigen.

Für Jessica Meinert kam der erste „richtige“ Einsatz „ziemlich zügig nach dem 18. Geburtstag“, erinnert sie sich. Es war ein Verkehrsunfall bei dem eine eingeklemmte Person befreit werden musste. Das sei schon ziemlich aufregend gewesen, wobei sie sich als Neuling natürlich erstmal in der zweite Reihe bewegt habe: „Anschließend sind wir den Einsatz aber noch mal zusammen durchgegangen. Mir wurden die Abläufe erklärt, warum, was, wie gemacht wurde. Das war wirklich gut“.

Dass Eva Lammers mal Gelegenheit bekommen sollte, „ihren“ Kindergarten im Oberlau aus der Vogelperspektive betrachten zu können, daran hat sie nicht einmal im Traum gedacht. Tatsächlich gab der Brandalarm ihr den Anlass dazu. Mit dem B-Schlauch in der Hand stand sie bei dieser Löschaktion auf der Drehleiter. Den ersten großen Brandeinsatz bleibt natürlich auf ewig in Erinnerung. Auch für Denise Langner war es der erste Brandeinsatz und das „war schon echt ein komisches Gefühl, den eigenen Kindergarten zu löschen“.

Von Einsätzen, die richtig hart an die Nieren gingen, sind sie bislang verschont geblieben. Das gute Gefühl, helfen zu können, und das kribbelige Gefühl, das jeden Einsatz flankiert, verbinden die vier Frauen der Feuerwehr.

Und nicht nur sie. „Wir sind oft alle zusammen, auch mit den Älteren aus der Ehrenabteilung und unternehmen etwas gemeinsam. Wie jetzt zur WM das Public Viewing“, sagt Denise Langner. „Das gute Gemeinschaftsgefühl macht einfach Spaß.“

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2571255?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947609%2F
Nachrichten-Ticker