Sieben bis acht mobile Camper pro Tag in Coesfeld / Touristen bringen Geld in Handel und Gastronomie
„Schöne Stadt im alten Stil“

Coesfeld. Fein säuberlich geparkt, die Frontscheiben mit reflektierender Folie geschützt, stehen sechs Wohnmobile auf dem Stellplatz in der Nähe vom Konzert Theater. Unter dem Vordach eines Hymermobils mit gelbem Nummernschild entspannt sich im Campingstuhl Johan Kloosterhuis. „Da ist alles drin, was ich im Urlaub brauche“, zeigt der 58-jährige Niederländer mit dem Daumen über der Schulter nach hinten auf seinen Bus.

Dienstag, 05.08.2014, 09:56 Uhr

Eine sehr gute und saubere Anlage habe er vorgefunden. Zustimmend nickt sein 72-jähriger Freund Geert Zwik. Gemeinsam sind sie für zwei Wochen auf einen Kurztrip unterwegs. Besonders zieht sie Städte mit großen Flüssen an. Kurze Distanzen von rund 50 Kilometern fahren sie und nur über Landstraßen. „Das ist nicht so hektisch und wir sehen was von der Umgebung“, begründet Kloosterhuis. Von Rhede aus sind beide in die Kreisstadt angereist und bleiben für zwei Nächte. Wo es dann hingeht, weiß der Mobilist nicht: „Das entscheiden wir kurzfristig.“

Kurz nach der Ankunft sind die Camper mit Fahrrädern auf Entdeckungstour durch die Stadt gefahren. „Eine schöne kleine Stadt im alten Stil“, begeistert sich der Mann aus Winschoten für die Gebäude am Marktplatz. Er findet alles sehr beschaulich, mit einem reichen Ladenangebot und einer guten Infrastruktur. Nur den erwarteten großen Fluss konnte er nicht finden. Dafür aber die Berkel mit der Umflut.

Auf dem Reisemobilstellplatz, mit Platz für bis zu zwölf Fahrzeuge, findet er alles, was er für seine Selbstversorgung auf vier Rädern braucht. Strom gibt es vom Kasten gegen geringe Gebühr und auch Frischwasserversorgung ist da. Eine Stelle zum Leeren des Schmutzwassertanks steht zur Verfügung und etwas versteckt auch die Möglichkeit den Müll zu entsorgen.

Erst jüngst hatte Gastronom Matthias Rulle die Versammlung des Stadtmarketing Vereins genutzt, um den Mobilstellplatz zu loben. „Die Investition hat sich gelohnt. Es kommen Touristen in die Stadt, die ohne diese Gelegenheit hier vermutlich nicht Station gemacht hätten. Natürlich lassen sie auch Geld hier, indem sie einkaufen gehen oder die gastronomischen Angebote nutzen.“ Johannes Bomkamp von den Straßenfüchsen NRW aus Rosendahl-Darfeld schätzt: „Sieben bis acht Mobile stehen durchschnittlich täglich auf dem Stellplatz.“ Er kümmert sich auch um die Anlage in Darfeld und weiß von den Geschäftsleuten, dass die reisefreudigen Mobilisten einiges an Geld hinterlassen, bevor sie sich wieder auf die Weiterfahrt machen. Die gesamten Reisemobilstellplätze im Kreis Coesfeld seien bei den Mobilisten sehr beliebt, da keine Stellplatzgebühren erhoben werden. Nur Abgaben für Energie und Wasser sind üblich.

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