230 Besucher ziehen ihre Bahnen beim Mitternachts-Schwimmen im Freibad / Besondere Illuminationen
Planschen zur Geisterstunde

Billerbeck. Nein, die Harten gehen nicht in den Garten. Sie gehen um 22 Uhr zum Nachtschwimmen ins Freibad, jedenfalls am Freitagabend. Warum auch nicht? Zuvor war das nasse Element zwar reichlich von oben gekommen und auch der Parkplatz überraschte einige Sandalenträger mit seinen Wasserlachen in der Dunkelheit, aber dennoch lockte die Wassertemperatur mit 25,2 Grad Celsius, die Außentemperatur mit akzeptablen 20,4 Grad Celsius. „Das ist doch herrlich“, lautete die spontane Begeisterung von Brigitte Mollenhauer. Die Billerbeckerin hatte sich zur Verwunderung ihres Ehegatten noch spätabends mit ihrer Nachbarin Marita Wenner für einen Sprung ins kühle Nass auf den Weg gemacht: „Wenn so etwas angeboten wird, muss man das unterstützen.“

Sonntag, 10.08.2014, 18:44 Uhr

Zu Bestaunen gab es die besondere Illumination und überhaupt die Atmosphäre, die Badleiter Adi Bautsch, sein Kollege Kai Potthoff, sechs weitere Rettungsschwimmer und Helfer für das dritte sommerliche Nachtschwimmen geschaffen hatten. Keine Frage, dieses engagierte Team hatte alles bestens im Griff und auch bei der vorherrschenden Dunkelheit – trotz partieller Beleuchtung – alles vorbildlich unter Kontrolle. Die abendlichen Regengüsse in den Stunden vor Beginn hatte die Crew um Adi Bautsch ganz schön ins Schwitzen gebracht. Drei Mal hatten sie die zahlreichen Fackeln und Flammschalen, die die Wege und den Beckenrand säumten, aufgestellt und zwei Mal wegen dem Guss von oben wieder reingeholt. „Bei anhaltendem Regen hätten wir mehr mit unseren Flutern gearbeitet“, erklärte der Badleiter. „Stattgefunden hätte es in jedem Fall, ausgenommen bei Gewitter.“

Um das Gefahrenpotential zu minimieren, blieben Startblöcke, Sprungbrett und Rutsche geschlossen, was der Gaudi – vor allem der Jugendlichen Schwimmer – überhaupt kein Abbruch tat. Während die Erwachsenen genüsslich und zufrieden bei wechselndem Farbbad und orientalischen Klängen ihre Bahnen zogen, experimentierten die jüngeren Badefreunde vergnügt mit Kopfstand und anderen Kapriolen. Auch Eltern mit kleineren Kindern fanden Spaß an diesem außergewöhnlichen Angebot. Und der Nachwuchs verfolgte – eingerollt ins Bademäntelken – zwischendurch das bunte Treiben mit baumelnden Beinen von der Bank am Schwimmbadrand.

Der Kiosk hatte zwar keine Bratwürste zu bieten, dafür aber wie immer eine große Auswahl an sauren Gurken, Kirschen und weißen Mäusen.

„Ich bin hoch zufrieden“, resümierte Badleiter Adi Bautsch am Freitagabend. „Wir haben den Wetterverhältnissen getrotzt und 230 Besucher, das ist ein Super-Ergebnis!“

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