Zweites Jugendfestival mit Workshops und Konzert am Helker Berg / Tschesche: „Resonanz war zu schlecht.“
Zwischen Soundcheck und Konzert

Billerbeck. „Jetzt einen Lipsilde, versuch gleich mal einen Smithgrind oder einen Noseblundslide“, motiviert Tom Schulze (20), Deutscher Meister im Bowl-Fahren, die jüngeren Skater. Sie rasen mit ihren Boards durch den Snakerun, den Skatepark in Billerbeck. Unter dem Motto „Meet and Skate“ treffen sich Profis und Anfänger, um einfach mal neue Tricks auszuprobieren.

Sonntag, 28.09.2014, 17:44 Uhr

„Alles kann, nichts muss“, so beschreibt Tom seine Motivation für das Skaten. Später beim Snakerun-Jam geht es nicht darum, wer der Beste ist. Hier gilt: „Komm auf vier Rollen vorbei, verfeinere deinen Style und zeig, was du kannst.“ Unterstützung erhalten die Skater dabei vor allem von Titus aus Münster. Gemeinsam überlegen sie auch, wie der Skatepark ausgebaut werden könnte.

Für das zweite Billerbecker Jugendfestival haben die Organisatoren um Streetworker Gero Tschesche und Birgit Nachbar von der Stadtverwaltung tief in den Kulturrucksack gegriffen. „Wir wollen den Jugendlichen den Begriff Jugendkultur näherbringen und ihnen die Verschiedenheit der Kulturen zeigen“, erklärt Tschesche die Zielsetzung des Jugendfestivals.

Unweit vom Skatepark entfernt steht Marie-Luise Glowczak (13) auf der Büh-ne. Sie nimmt am „Kunst begegnet Technik“-Workshop teil und testet gerade mit Techniker Niklas Jethon die Soundanlage für das Open-Air-Festival am Abend. Vor Wochen hatte sie sich schon angemeldet, um zu erfahren, wie die Technik hinter einem großen Konzert funktioniert. Stolz berichtet sie nun: „Jetzt kann ich ein Mikrophon synchronisieren und das Mischpult bedienen.“

Während beim Soundcheck die ersten heißen Beats gespielt werden, proben andere vor der Bühne Kontakt-Jonglage. Wieder andere sind im Wald unterwegs und haben Buchstaben gesucht, die sich aus Astgabelungen und verschiedenen Perspektiven ergeben.

Langsam wird es dunkel über dem Helker Berg und die Rock-Fans sammeln sich vor der Bühne. Das Open-Air Konzert beginnt. Die Bands „Elna“ und „Schlappn“ machen den Anfang. Anschließend wird es heiß. Feuerkünstler „Pyro Kiki“ tanzt zum schnellen Rhythmus der Trommeln. Das Feuer kreist um ihn, schneidet durch die Luft und fliegt an den Zuschauern vorbei. Das Publikum ist begeistert. Jetzt steigt der Headliner „Spin My Fate“ auf die Bühne. Die Band präsentiert energiegeladene Rockmusik. Der Boden bebt, die Fans pogen und ihre Köpfe wippen im Takt der Musik. Es ist keine einstudierte Bühnenshow.

Ob das Jugendfestival in dieser Form jedoch noch einmal stattfindet, ist ungewiss. „Für das kommende Jahr haben wir schon viele gute Ideen für coole Workshops“, blickt Tschesche in die Zukunft, „aber die Resonanz war einfach zu schlecht.“ Nur etwa 25 Jugendliche nahmen an den Workshops teil, abends waren es nicht mehr als hundert.

Lediglich die Skater waren immer gut vertreten. Die Organisatoren lassen sich aber von der Besucherzahl nicht einschüchtern. „Das Open-Air hat Wiederholungspotenzial. Für uns zählt die Qualität, nicht die Quantität. Das ist eben Jugendarbeit“, so Tschesche.

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