Brasilianer vom Aktionskreis Pater Beda inszenieren die gesellschaftliche Lage in ihrer Heimat
Auf der Bühne ein Augenöffner

Coesfeld (hlm). Wie eine Makulatur sind die T-Shirts der brasilianischen Nationalmannschaft über die Shirts gestülpt, die das andere Brasilien darstellen. Erst durch das Abstreifen kommen die wahren sozialen Verhältnisse zum Vorschein. Plötzlich wirken die acht Schauspieler aus der Gemeinde Santo Antonio in Campo Formosa wie Mahner mit den schwarzen T-Shirts, auf denen die Schlagworte „Bildung“, „Gesundheit“, „Armut“, „Korruption“, „Drogen“ und „Gewalt“ prangern.

Mittwoch, 01.10.2014, 06:58 Uhr

Der Geschäftsführer des Aktionskreises Pater Beda, Udo Lohoff, bringt es bei der Theatervorstellung im Nepomucenum auf den Punkt: „Sie zeigen das reale Brasilien.“ Nicht das Brasilien, das man in Deutschland etwa von der WM kennt. Schulleiterin Angela Bülo: „Nicht alles, was wie Schauspiel aussieht, ist Schauspiel. Vieles ist ernst.“

Die Schüler der Klassen sechs, sieben, acht, neun und elf erfahren eine emotionale Begegnung. Da liegt ein Mädchen auf der Bühne und zählt mit den Fingern, ist auf der Suche nach Bildung. Es führt den Schülern durch verschiedene Szenen die soziale Schieflage vor Augen und stellt die Frage: „Wir Menschen sind doch alle gleich, dann sollen wir auch gleich leben.“ Am Ende liegt es tot auf dem Boden. Umgekommen durch die sinnlose Gewalt im Land.

Eine solche Begegnung haben die Schüler nicht erwartet. Stille, Rührung. Einige Tränen fließen. Hin und her gerissen von den Emotionen bekommt Schülerin Valeria eine neue Sicht auf Brasilien.

Auch Pater Beda ist immer wieder bewegt. Seit 50 Jahren setzt sich der Franziskaner für die Not leidenden Brasilianer ein.

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