Katholische Kirchengemeinde stellt Pfarrei-Analyse vor / Diskussionsabend am Montag (24. 10.)
Zukunft der Kirche gestalten

Billerbeck. Das habe überrascht: 68 Prozent der befragten Eltern erziehen ihre Kinder nicht im Glauben. „Und wir haben nicht speziell nach dem katholischen Glauben gefragt“, so Pastoralreferent Andreas Geilmann. „Dass die Zahl so hoch ist, hat uns überrascht.“ Sie ist ein Ergebnis der Pfarrei-Analyse, die die katholische Kirchengemeinde im Frühjahr durchgeführt hat. Sie ist ein Baustein des Lokalen Pastoralplans, der bistumsweit bis 2017 umgesetzt werden soll. Ziel des Plans ist es, die Kirche vor Ort lebendig und zukunftsfähig zu gestalten.

Mittwoch, 12.11.2014, 17:00 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 12.11.2014, 16:57 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 12.11.2014, 17:00 Uhr

Exemplarisch hat eine Steuerungsgruppe, zu der neben Geilmann, Propst Hans-Bernd Serries sowie die Pfarreiratsmitglieder Monika Stockmann und Marlies Wiesmann gehören, Eltern der Kinder in den drei katholischen Kitas (rund 450 Personen), Ehepaare, die in den vergangenen drei Jahren kirchlich geheiratet haben (circa 90 Personen) und rund 500 Ehrenamtliche in Billerbeck befragt, wie sie die Kirche vor Ort erleben – per Fragebogen. 500 sind beantwortet zurückgekommen.

Ein weiteres Ergebnis: Nach der Sinus-Milieu-Studie des Bistums seien in Deutschland sieben Prozent der Menschen sozial-ökologisch-orientiert, in Billerbeck seien es 14 Prozent. „Dem gegenüber stehen 22 Prozent, die traditions-orientiert sind. Für diese Gruppe haben wir viele Angebote“, so Geilmann. Aber auch die sozial-ökologisch-orientierten Bürger sollen mit ins Boot geholt werden. Die Zahlen der Kinder in der katholischen Kirchengemeinde seien in zehn Jahren um rund 40 Prozent zurückgegangen. Gebe es aktuell 133 17-Jährige, seien es bei den Siebenjährigen nur noch 79. Geilmann: „Da müssen wir uns fragen, was das für eine Konsequenz für die Jugendarbeit bedeutet.“ Ja, auch in Billerbeck verändere sich die Kirche. „Und wir müssen schauen, wie wir damit umgehen wollen“, so Geilmann. Auch Gottesdienste und deren Zeiten sollen thematisiert werden.

Und dabei ist die Meinung aller Billerbecker gefragt. Deswegen lädt die Kirchengemeinde am Montag (24. 11.) zu einem Diskussionsabend zur Zukunft der Kirche in Billerbeck ein. Der steht ganz unter der Fragestellung „Wie katholisch darf’s denn sein?“. Beginn ist um 20 Uhr in der Aula der Gemeinschaftsschule.

Nachdem die Pfarrei-Analyse vorgestellt wird, soll eine Podiumsdiskussion erfolgen. „Wir haben dazu Menschen eingeladen, die zwar mit der Kirche vertraut sind, aber von außen einen Blick darauf haben“, sagt Monika Stockmann. Dorette Durstewitz-Knierim ist Presbyterin in der Evangelischen Kirchengemeinde und Vorsitzende der Hospizgruppe. Roman Gerding ist SPD-Ratsherr und Vorsitzender des KJG-Ferienwerkes. Geschäftsmann Olaf Niermann engagiert sich ehrenamtlich im Kochteam des Ferienwerkes. Bürgermeisterin Marion Dirks ist Kolping-Mitglied und singt im Frauenchor „Musica“. Judith Schäpers ist vor zwei Jahren nach Billerbeck gezogen und ist im Elternbeirat der Ludgerus-Kindertageseinrichtung. Auch Propst Serries ist bei der Podiumsdiskussion mit dabei. Anschließend ist die Meinung aller Anwesenden gefragt. In Gruppen sollen sie ins Gespräch kommen, Ideen und Anregungen geben.

Nach diesem Abend soll das Leitbild – dies soll ebenfalls der Öffentlichkeit vorgestellt werden – für den Lokalen Pastoralplan entwickelt werden – mit Prioritäten und Schwerpunkten für eine zeitgemäße Gemeindearbeit. | www.domsite-billerbeck.de

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2871792?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947609%2F
Nachrichten-Ticker