Bauausschuss erteilt gemeindliches Einvernehmen für Projekt von Stift Tilbeck
Wohnheim-Bau im Frühjahr geplant

Billerbeck. Die Baugenehmigung, „die hoffen wir noch in diesem Winter zu bekommen“, sagt Thomas Hommel, technischer Leiter der Stift Tilbeck GmbH. Im Frühjahr soll der Startschuss für den Bau eines Wohnheimes für junge Menschen mit Behinderungen fallen. „Wenn das Wetter es zulässt“, betont Hommel.

Freitag, 14.11.2014, 17:02 Uhr

Der Bauantrag für das Vorhaben liege dem Kreis vor. Der Billerbecker Stadtentwicklungs- und Bauausschuss hat für die Errichtung das gemeindliche Einvernehmen erteilt. Einstimmig. Und dafür gibt es kräftigen Applaus aus den Zuschauerreihen nach der Entscheidung in der Sitzung, die in der Alten Landwirtschaftsschule stattfand. Entstehen soll das Wohnheim am Baumgarten 14 – in direkter Nachbarschaft zum St.-Ludgerus-Stift. 24 Wohnheim-Plätze soll es geben. Im Erdgeschoss sollen zehn Personen in einer Sechser- und einer Vierer-Wohngemeinschaft leben – das gleiche gelte für die erste Etage. Im Dachgeschoss sollen dann vier Einzel-Appartements entstehen. Es soll sich um eine Einrichtung für stationäres Wohnen handeln. Vorgesehen sei es für junge Erwachsene. „Die Menschen dürfen so lange dort wohnen bleiben, wie die Umstände es zulassen“, erklärt der technische Leiter. Die Kosten für den Bau belaufen sich auf 1,9 Millionen Euro. Finanziert wird es aus Eigenmitteln der Stift Tilbeck GmbH und aus Fördermitteln des Landes NRW. In den vergangenen Jahren sei die Stift Tilbeck GmbH intensiv auf der Suche nach einem passenden Grundstück gewesen. „Der Verein ‘Kids mit Handicaps’ und auch die Stadt begrüßen es, dass so ein Wohnheim dort entsteht“, so Bürgermeisterin Marion Dirks. Es sei eine logische Konsequenz aus dem, „was wir in Billerbeck machen“, sagt sie. Es schließe konsequent an den im schulischen Bereich und auch in den Kindertageseinrichtungen aufgenommenen Inklusionsgedanken an.

„Dass so etwas hier entsteht, ist großartig“, findet Bernd Kösters (CDU). Es seien aber nur drei Parkplätze eingeplant. „Ist das nicht sehr knapp?“, will der Christdemokrat wissen. Hommel dazu: „Unsere Erfahrung zeigt, dass das ausreicht. Wir gehen nicht davon aus, dass ein Bewohner einen Autoführerschein besitzen wird. Das ist bei uns noch nicht vorgekommen.“ An der Hospitalstraße seien viele Parkplätze vorhanden, so Thomas Walbaum (SPD). Dennoch würden die Parkplätze für die Mitarbeiter des Ludgerus-Stiftes durch den Wohnheim-Neubau verkleinert werden. „Da kann es sich auch mal knubbeln“, so der Sozialdemokrat, der den Wohnheim-Bau ausdrücklich begrüßt: „Wir haben schon lange gewartet, dass so etwas umgesetzt wird. Und so innenstadtnah.“ Helmut Knüwer (FDP): „Es ist sehr gelungen, was die Auswahl des Grundstückes angeht.“ Auch die Grünen begrüßen den Bau. „Wäre es auch vorstellbar gewesen, kleinteiligeres und zentraleres Wohnen zu ermöglichen? Unter Inklusion verstehen wir mehr Durchmischung. Das ist ja ein richtiges Heim“, so Dr. Rolf Sommer (Grüne). Das Wohnheim sei ein Baustein. Die Stift Tilbeck GmbH denke noch über mehr ambulantes Wohnen in Billerbeck nach, wie Hommel berichtet. „Ziel ist es ja, dass jemand in ambulantes Wohnen übergeht. Dafür muss er aber auch üben.“ Auch solche Wohnheime würden deshalb benötigt, um Menschen mit Behinderungen vernünftig zu betreuen. Außerdem würden sie in der geplanten Einrichtung in kleinen Gruppen zusammen leben.

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