Positives Fazit nach Langer Krimi-Lesenacht / Liebe, fremde Kulturen und Romantik stehen 2015 im Fokus
„Die Geschichten wollen einfach raus“

Billerbeck. Im wahren Leben sind sie Anwaltsgehilfin, Bankangestellte, Bewährungshelfer, Bilanzbuchhalterin und Kriminalhauptkommissar und haben eines gemeinsam: die Lust zu morden und möglichst viel Blut fließen zu lassen. Natürlich nur in ihren Krimis.

Sonntag, 16.11.2014, 16:55 Uhr

Die 16 Autoren – überwiegend aus der näheren Umgebung – fanden am vergangenen Samstag die Einflugschneise in die Domstadt. Ganz problemlos. Schließlich war die „Landebahn“ – zu den verschiedenen Leseorten – mit Hunderten von Kerzenlichtern ausgeleuchtet. Einzigartig dürfte es auch wohl sein, eine „Lange Krimi-Lesenacht“ für die schreibende Zunft mit historischem Beiern einzuläuten.

Wer die Thriller-Queen Astrid Korten live erleben wollte, hatte sich rechtzeitig vor Beginn der Lesung einen Platz im kleinen Cafè gesichert. Schließlich klang die „Eiskalte Umarmung“, mit der es die Autorin Anfang 2014 auf eine Bestsellerliste geschafft hatte, sehr viel versprechend. Ihre Begeisterung von der Historie und dem Ambiente der Stadt – „hier könnte auch gut mal ein Krimi stattfinden“ – fand auch gleich gute Resonanz bei den Zuhörern. Bevor Astrid Korten ihre Gäste mitnahm auf die Reise durch die Poesie der Angst, sprach sie mit ihrem charmantem Schalk jedoch eine kleine Warnung aus: „Zuhause sollten Sie das nur lesen, wenn Sie Ihre Zimmertür von innen abschließen können!“ Aufmerksame „Totenstille“ herrschte ebenso im DRK-Heim. In gediegenem Wohnzimmer-Ambiente, vor dem Kamin mit rotem Weihnachtsstern und der Häkelborte unter dem Bosen, las Edgar Franzmann. Sein Protagonist nahm die Zuhörer mit auf die Recherche in die 50er-Jahre und in die Gegenwart der internationalen Geheimdienste. „Die Geschichten wollen einfach raus“, erklärte Peter Märkert seine Motivation. Liegt ja quasi auf der Hand, denn bei einem Bewährungshelfer ist davon auszugehen, dass er tagtäglich mit schrägen Geschichten in Berührung kommt. In seinem „Schweigen ist Tod“ fällt ein Berufskollege einem Mord zum Opfer.

Neben der OGS als Leseort lockte auch das Forum die Zuhörer an. Petra Mattfeldt gestand in der Lesepause: „Manche Strafakten sind echt schwer zu verknusen.“ Die Autorin findet ihre Inspiration im wahren Leben, vor allem aber in ihrem Job als Rechtsanwaltsfachangestellte. Der Kriminalkommissar, den sie in ihrem „Sekundentod“ auf die Ermittlung schickt, entspricht einem wahren Vorbild, „einem Profiler, mit dem ich gut befreundet bin“. Mit einer Mordsspannung verfolgten die Zuhörer natürlich auch den „Theatertod“ im Kölner Schauspielhaus, den Thomas Schrage vorstellte.

„Das ist einfach nur fantastisch hier“, richtete Autorin Kerstin Lange ihr Lob an die Organisatorin Evelyn Barenbrügge und ihr Team. „Straff und dabei trotzdem freundlich organisiert. Ganz erstaunlich und nicht selbstverständlich.“ Das Resümee von der anderen Seite klang ebenso zufrieden. „Die Autoren waren begeistert vom netten, interessierten Publikum und der guten Moderation. Die Zuhörer schätzten die Vielfalt des Angebotes. Und alle lobten die Tatsache, dass die Buchhandlung anschließend noch geöffnete hatte“, so Evelyn Barenbrügge. Fazit: eine rundum gelungene Veranstaltung. Fortsetzung folgt 2015. Im Fokus stehen dann: Liebe, fremde Kulturen und die Romantik.

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