Billerbeck
Schönes Miteinander gefeiert

Billerbeck. Ohne großes Getöse, ebenso entspannt wie heimelig präsentiert er sich Jahr für Jahr gerne: Der Kerzenscheinsamstag. Wen wundert’s da, dass er mit seiner ureigenen Atmosphäre und seinem besonderen Charme seine Besucher magnetisch anzuziehen weiß? Dafür sorgen nicht zuletzt die überwiegend natürlichen Lichterquellen und der abenteuerliche Duft von offenem Feuer, Rauch und Petroleum.

Montag, 04.11.2019, 08:10 Uhr
Billerbeck: Schönes Miteinander gefeiert
Nachtwächter Barnholt Bertling (r., Bernhard Köhler) führte den stimmungsvollen Laternen- und Fackelumzug beim Kerzenschein-Samstag durch die Stadt an. Fotos: Ulla Wolanewitz Foto: az

Sabine Zurholt von der Unternehmergemeinschaft „billerbeckerleben“ war sich sogar sicher, dass „es diesmal noch mehr Besucher sind als im letzten Jahr“. Die volle Fußgängerzone lieferte schon gegen 17 Uhr einen Beweis dafür. Die Tatsache, dass die Domstadt am Abend – anders als vor zwei Jahren – von Regenschauern verschont blieb, begünstigte das gemütliche Flanieren natürlich um ein Weiteres. „Ich finde das klasse, wenn die Familien in drei Generationen unterwegs sind, mit Oma und Opa“, freute es Mit-Organisatorin Gabi Gote. Im nächsten Jahr kann diese Veranstaltung – mit dem 15. – bereits einen runden Geburtstag feiern. Gar keine Frage: Die Ursprungsidee mit dem Kerzenscheinsamstag, ein Angebot von Billerbeckern für Billerbecker und Freunde zu etablieren, hat sich ausgezahlt. „Da hatten wir schon damals den richtigen Riecher“, ließ Sabine Zurholt zufrieden durchblicken. „Wenn man Vereine beteiligt, kommen natürlich auch deren Mitglieder, und es entwickelt sich ein schönes Miteinander.“

Die Familie Steinbicker war im Vorfeld zu diesem Samstag an der Nähmaschine sehr aktiv gewesen und hatte für die Laternen in der Münster- und Schmiedestraße sowie in der Kurzen und Langen Straße 25 Hussen angefertigt. Somit präsentierten sich auch die Straßenlaternen als Kerzenskulpturen, die der Wind allerdings teilweise auch ganz gut zum Flattern brachte.

Pünktlich zum Glockenschlag um 18 Uhr blies Nachtwächter Barnholt Bertling (Bernhard Köhler) in sein Horn und gab damit das Startsignal für den Laternenumzug. Begleitet von Fackelträgern geleitete das Trio den Tross am Rathaus vorbei, durch Münsterstraße und Fußgängerzone zur Johanniskirche.

Auf den Feuerkünstler „Pyrokiki“, der in den vergangenen Jahren häufig zum Kerzenschein die Besucher mit seiner brandheißen Show begeisterte, musste allerdings diesmal – krankheitsbedingt – verzichtet werden. Diesen Part übernahmen die Judokas, die für ihn in die Arena – sprich: auf die Domplatte – stiegen, um originelle Schwertkampfkunst vom Feinsten und bewaffnete Karate mit Langwaffen vorzuführen.

Phänomenal auch, dass diese Veranstaltung fast ganz ohne Musik auskommt. Vielleicht ist aber auch genau das ein Teil des Erfolgsrezeptes. Das Labyrinth im „Hiärtken“ gehört selbstverständlich zum Pflichtprogramm dieses Abends. Mit tausend lodernden Tütenkerzen bei dezent eingespielten klassischen Tönen, setzt es jedes Mal der angenehmen Wohlfühl-Stimmung dabei noch das Tüpfelchen auf.

So wie der Mond zur Nacht gehören natürlich auch der Duft von frisch gebackenen Waffeln, herzhaften Reibekuchen, Punsch und Plätzchen zum lukullischen Menü eines solchen Abends. Was das anbelangt, haben die Vereine und Initiativen einiges geboten. Zur „Plätzchen- und Punsch-Party“ hatten die Nachbarn und Unternehmen der Lilienbeck eingeladen, die ihre Gäste im Hinterhof von Mennemann empfingen. Mit ihrem Engagement, das hier in bare Münze umgesetzt wurde, unterstützen sie die Hospizgruppe Billerbeck.

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