SPD wählt einmütig neuen Vorstand
Bürgermeisterin befangen?

Billerbeck. Im Grunde ist die SPD-Mitgliederversammlung nach über zwei Stunden über die Bühne, als Klaus Wieling Bürgermeisterin Marion Dirks aufs Korn nimmt. Sie hätte sich bei der Abstimmung zur Arkaden-Gestaltung an der Lange Straße für befangen erklären müssen, weil sie geschäftlich mit dem Investor verbunden sei, adressiert er an die Fraktionsspitze. Ein Raunen geht durch den Saal, ein paar Wortgefechte. Plötzlich sind gegen 22 Uhr alle wieder hellwach, bis Fraktionsvorsitzender Thomas Tauber ein Machtwort spricht: „Ich erwarte belegbare Hinweise für rechtswidrige Beschlüsse.“ Dann ist der Punkt – zumindest an diesem Abend – erst mal abgehakt.

Freitag, 29.11.2019, 13:46 Uhr
SPD wählt einmütig neuen Vorstand: Bürgermeisterin befangen?
Die SPD-Spitze mit dem Geschäftsführer des Unterbezirks, Felix Höppner (4.v.l.) und dem Landratskandidaten Hermann- Josef Vogt (r.) von links: Patrick Dieker (stellvertretender Vorsitzender und Mitgliedsbeauftragter), Dieter Brall (Beisitzer), Thomas Tauber (Fraktionsvorsitzender), Petra Beil (Schriftführerin), Carsten Rampe (Vorsitzender), Charlotte Kuban (Beisitzerin) sowie Monika Reimer (Kassiererin); es fehlt die als Beisitzerin gewählte Ipek Wiesmann. Foto: Uwe Goerlich

Vorher plätschert die Jahreshauptversammlung routinemäßig vor sich hin. Für einmütige Abstimmungsergebnisse bei den Vorstands-wahlen sorgen die gut 20 Mitglieder, bei denen unter anderem Vorsitzender Carsten Rampe (eine Enthaltung) im Amt bestätigt wird. Und Warmtrommeln für den Kommunal-Wahlkampf ist angesagt. Unter anderem durch Hermann-Josef Vogt, der nächstes Jahr zum Landrat gewählt werden möchte. „Die SPD steht für Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität“, die er als „wichtigstes Gut“ bezeichnet. „Mein Herzensanliegen ist, die Mobilität deutlich zu verbessern.“ Der öffentliche Personennahverkehr müsse bei Angebot und Preisgestaltung attraktiver werden.

Das sieht auch Vorsitzender Carsten Rampe so, der wie Vogt „bezahlbares Wohnen“ sowie eine für Gemeinden nicht zu stark gelastende Kreisumlage als wichtige Ziele definiert. Er versucht, Optimismus zu verbreiten: „Wir gehen sehr selbstbewusst in den Kommunalwahlkampf!“ In Billerbeck gelte es, „die sieben Ratsmandate auf alle Fälle zu verteidigen“.

Fraktionschef Tauber liefert dafür Munition aus der Ratsarbeit. Er weist auf die neue Entwicklung in Sachen Kita-Standort hin, zumal nun auch Anwohner der Schulstraße wegen der Verkehrssituation ihre Bedenken geltend machen. Taubers Forderung an die Bürgermeisterin: „Bei einer Patt-Situation den Knoten durchschlagen und für den Standort hinter der früheren Hauptschule stimmen.“

Gut angekommen sei der Bürgerbudget-Vorstoß der SPD, wonach künftig Anregungen von Bürgern kurzfristig und unbürokratisch umgesetzt werden sollten. Die Fraktion wolle zudem erreichen, das Parkraumkonzept unter dem Aspekt der Barrierefreiheit anzupassen und Ortsschilder vor Ansiedlungen zu platzieren, damit dort bereits 50 km/h gelte.

Die Zahl der Mitglieder (zwischen 19 und 91 Jahre alt) bleibt mit gut 60 konstant, ist weiter zu erfahren. Als Erfolg gewertet wird „in den sehr aufgeregten Zeiten“ (Rampe) der für alle Bürger offene Stammtisch im Ortsvereinslokal Dahl.

Gedankt für ihre langjährige Treue wird Josef Rengers (seit 50 Jahren dabei), Hubert Niemann und Klaus Wieling (beide 40) sowie Michael Fliß (25). Rampes Dank gilt auch den auf eigenen Wunsch hin ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedern Winfried Heymanns (ehemals zweiter Vorsitzender und Mitgliedsbeauftragter), Sandra Janowski (Kassiererin) sowie Stefan Reimer (Schriftführer).

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7097464?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F7095333%2F947609%2F
Nachrichten-Ticker