Fidelio feiert am 4. Januar mit „Alls nao de norm“ Premiere
Irrungen und Wirrungen mit EU-Norm

Billerbeck. Am 4. Januar ist es soweit. Die Theatergesellschaft Fidelio präsentiert in der Alten Landwirtschaftsschule das plattdeutsche Stück „Alls nao de norm“ von Angelika Obelink. Heinrich Tenholte hat es für die Spielschar ins Billerbecker Plattdeutsch übertragen. „Uns liegt viel daran, dass unsere plattdeutsche Mundart erhalten bleibt. Unsere Theatergesellschaft wird im nächsten Jahr 145 Jahre alt. Seit 1900 haben wir jedes Jahr zu Weihnachten ein neues Theaterstück gebracht“, so Tenholte, der im Winter 1962/63 zum ersten Mal auf der Bühne stand. „Beim ersten Mal brauchte ich nichts sagen. Beim zweiten Stück ein Jahr später habe ich schon einen Satz gesagt. Im Laufe der Jahre habe ich mich langsam gesteigert“, ergänzte er lachend.

Mittwoch, 11.12.2019, 09:36 Uhr
Fidelio feiert am 4. Januar mit „Alls nao de norm“ Premiere: Irrungen und Wirrungen mit EU-Norm
Die Spielschar: (v.l.) Ulli Albert, Ulla Nattler, Annette Uphues, Souffleur Engelbert Twent, Gerd Middendorf, Heinz Tenholte, Anja Löderbusch, Julia Eswig und Spielleiter Felix Ahlers. Foto: Elvira Meisel-Kemper

Auch jetzt steht der Älteste der neunköpfigen Spielschar wieder auf der Bühne als Wilm Weskamp, dem Nachbar des Bauern Bert Walter (Gerd Middendorf), der Weskamp bei der Erfüllung einer EU-Norm helfen soll. „Mir gefällt meine Rolle. Ich spiele einen trägen Mann, der die Arbeit nicht erfunden hat“, umschreibt der 71-jährige Tenholte die Figur, in die er schlüpft.

In dem Stück geht es um das Aufeinanderprallen von Tradition und Innovation, von gewohnten Produktionsformen und digitalen Medien. Selbst ein schnurloses Telefon kann einen Sturm der Ablehnung bei Wilm Weskamp auslösen. Im Prinzip greift das Stück eine Problematik auf, die immer wieder aufflammt. Bauern können EU-Fördergelder beantragen und unterliegen allerdings strengen Auflagen, wenn sie denn genehmigt werden. Zum Stück gehören natürlich auch eine Menge menschlicher Verwicklungen.

Anja Löderbusch spielt die Tochter des Bauern Walter. Sie wohnt noch zu Hause. Annette Uphues spielt Bernadette Weskamp, die Schwester von Wilm Weskamp. Ulla Nattler mimt eine weitere Nachbarin von Bauer Walter. Und dann ist da noch der Biologe Thorsten Teckling, verkörpert von Ulli Albert.

Julia Eswig (18 Jahre), die Jüngste der Theatergruppe, steht zum ersten Mal auf der Bühne. Ihr wurde von Spielleiter Felix Ahlers die Rolle der EU-Beauftragten, Frau Seggelmann, zugeteilt. „Sie ist sehr direkt und lässt sich von den Bauern nichts sagen. Sie hat die Bauern gut im Griff. Ich bin nicht so verbissen wie sie, aber ich weiß auch, was ich will“, umschreibt sie ihre Rolle. Die Motivation für das gemeinsame Proben und Spielen schöpft sie aus dem Spaß und an dem Zusammensein mit den anderen. Schon als Kind hat sie mit ihrer Familie die Aufführungen besucht, schließlich stand ihr Onkel Gerd Middendorf immer wieder auf der Bühne, so auch in diesem Stück. „Er hat mich gefragt, ob ich mitmachen möchte“, so Julia Eswig.

Auch Spielleiter Felix Ahlers freut sich auf die Premiere. Er ist seit 40 Jahren bei dem Fidelio-Theater, mal als Darsteller, jetzt als Spielleiter und Hauptverantwortlicher für das Bühnenbild. „Wir sind in der glücklichen Lage, eine gute Spielschar zu haben“, so Ahlers.

Die Premiere ist am 4. Januar (Samstag) um 17 Uhr. Karten sind im Vorverkauf bei der Sparkasse Westmünsterland erhältlich. Der Eintrittspreis beträgt sieben Euro für Erwachsene und drei Euro für Kinder.

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