Sportpark-Küchenchef Philipp Kleideiter bereitet Feuerzangenbowle zu
Flüssiger Filmklassiker zu Silvester

Billerbeck. Zuckerfäden ziehen sich langsam nach unten und plumpsen in den Topf. Noch einer und noch einer. „So soll es sein“, sagt Philipp Kleideiter. Der Küchenchef des Sportparks hat die kleinen blauen Flammen, die den Zuckerhut umhüllen, immer im Blick. Ausgehen dürfen sie nicht. Sobald sie schwächer werden, gießt der 25-Jährige ganz vorsichtig mit einer kleinen Kelle Rum über den Zuckerhut nach. Sofort sticht eine Flamme empor. Wow! „Man muss die Flamme am Leben erhalten, aber man muss aufpassen, wenn man den Rum drüber gießt. Nie mit der Flasche, am besten mit einer Kelle. Es ist hochprozentiger Alkohol. Der hat die gleiche Wirkung als wenn man beim Grillen einen Benzinkanister über den Grill kippt“, erklärt der Koch.

Dienstag, 31.12.2019, 11:28 Uhr
Sportpark-Küchenchef Philipp Kleideiter bereitet Feuerzangenbowle zu: Flüssiger Filmklassiker zu Silvester
Die passenden Gewürze dürfen nicht fehlen: Nelke, Zimtstange und Muskat erhitzt Philipp Kleideiter mit. Foto: Stephanie Sieme

Philipp Kleideiter bereitet eine Feuerzangenbowle zu, die schon dem Filmklassiker mit Heinz Rühmann den Namen verliehen hat. Im Münsterland ist es ein typisches Getränk in der Vorweihnachtszeit, das vor allem auf den Weihnachtsmärkten serviert wird. Im Sportpark wird sie nicht angeboten. In Süddeutschland und in Österreich wird die Bowle ganz traditionell an Silvester gereicht. „Als ich im Raum München und im österreichischen Skigebiet Kleinwalsertal gearbeitet habe, gehörte sie einfach dazu“, erzählt der Koch, der seine Lehre von 2010 bis 2013 in der Domschenke Groll absolviert hat, anschließend für zwei, drei Monate auf Island und dann bei München in der Holledau sowie in Österreich gearbeitet hat. Seit zweieinhalb Jahren ist er Küchenchef im Sportpark.

„Die Feuerzangenbowle ist spektakulär und schön, aber es gibt nichts Schwieriges dabei“, sagt er. Nur ein paar Feinheiten, die Kniffe, müssen beachtet werden. Jede Region hat ihr eigenes Rezept. Der Klassiker: Rotwein mit Orangen und Orangenschalen, Gewürzen wie Zimt, Nelke, Kardamom und Rum. „Am besten eignet sich trockener Rotwein, sonst wird die Bowle zu süß. Ein Spätburgunder sollte es sein“, so Kleideiter. Und hochprozentiger Rum. „Ich nehme einen Stroh 80. Der Pott, den man für Herrencreme nutzt, eignet sich nicht. Der brennt nicht so gut“, erklärt der 25-Jährige, der zuerst eine Flasche Rotwein in den Topf, der auf dem Herd schon bereit steht, gießt. Dann kommt Orangensaft hinzu – im Verhältnis 1:4. Zwei Scheiben Zitrone mit Schale kommen hinzu sowie eine in Scheiben geschnittene Orange. Natürlich Bio. Der Küchenchef presst sie über den Topf ein wenig aus, bevor er die Früchte hinzugibt. Zerdrückt sie anschließend noch ein wenig im Topf. Dann kommen eine halbe Zimtstange, drei Nelken und frisch geriebener Muskat hinzu. Langsam wird alles erhitzt. „Die Trinktemperatur sollte um die 70 Grad haben. Bei 78 Grad fängt der Alkohol an zu verdampfen. Es ist die einzige Bowle, die heiß getrunken wird“, so Kleideiter. Dann legt der Küchenchef eine Klemme über den Topf, auf der der Zuckerhut drapiert wird. Mit einer Kelle gießt er den Rum darüber, der vom Zucker aufgesaugt wird. Er entzündet den Zuckerhut und dieser karamellisiert ganz langsam. Rund 15 Minuten dauert die Zubereitung. Kleideiter: „Zehn Minuten davon, sollte die Feuerzangenbowle erhitzt werden.“ Alternativ kann auch eine weiße Feuerzangenbowle mit einem trockenen Weißwein, weißen Rum und Sherry zubereitet werden.

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