Schlüpfrige Wellnesskomödie „Aufguss“ verspricht temporeichen Lachmarathon
Ausziehen im Dampfbad

Billerbeck. Kann man eine Samenspende steuerlich absetzen? Schon diese delikate Frage zeigt, dass es nicht ganz abwegig ist, bei dem Titel „Aufguss“ des diesjährigen Studiostücks der Freilichtbühne Billerbeck an eine andere Vorsilbe zu denken. In der schlüpfrigen Komödie geht es denn auch zwischen Auf- und Ergüssen herrlich doppeldeutig zu. Während der Waschmittelhersteller Dieter seiner Freundin Mary mittels Samenspende zu einer Schwangerschaft verhelfen möchte, braucht Klinikchef Lothar Geld für seine Kinderklinik. Beim Eruieren von Spendern soll seine reizende Verwaltungsleiterin Emily helfen. Die Paare samt dem smarten Alain, dem natürlich eine besondere Rolle zukommt, treffen bei einem Wellnesswochenende in einem orientalischen Hamam aufeinander.

Montag, 24.02.2020, 15:16 Uhr
Schlüpfrige Wellnesskomödie „Aufguss“ verspricht temporeichen Lachmarathon: Ausziehen im Dampfbad
Die besondere Komik des Studiostücks „Aufguss“ besteht darin, dass die Figuren glauben, über die gleiche Sache zu reden, dabei aber etwas völlig anderes meinen, wie hier v.l. Lothar (Thomas Horneber), Alain (Andre Stegemann) und Emily (Charlotte Fleige). Foto: Ursula Hoffmann

Passend zur Presseprobe haben die Bühnenbauer ganze Arbeit geleistet und mit farbigen Wänden, Bögen, goldenen Säulen und Wasserspendern ein großartiges Bühnenbild geschaffen. Hand in Hand haben die Aktiven der Freilichtbühne dabei mit Gereon Rasche, der das Modell entworfen hat und der Zimmerei Ueding, die den „Rohbau“ zugeschnitten haben, gearbeitet. Das Ergebnis ist ein wunderbar ästhetischer Hingucker.

Weniger Arbeit dagegen hatte die Kostümschneiderei – zumindest was den ersten Akt angeht. Denn da geht es weniger ums An- als ums Ausziehen. Schließlich trägt man in so einem Dampfbad allerhöchstens einen Bademantel. Und so sind die Akteure für den Fototermin auch in Sekundenschnelle fertig.

So schnell wie dieser Umzug ist auch das Stück. Anne Schuhmacher, die als Saunameisterin in das Stück einführt, quasi, wie sie schmunzelt, „Rahmenprogramm“ ist, erklärt, „das ist ein enormes Tempostück, da heißt es machen, machen, machen, damit das Timing stimmt und die Pointen perfekt ineinandergreifen“.

Dafür hat das sechsköpfige Ensemble unter der Regie von Cornelius Demming seit Anfang Januar täglich abends und an jedem Wochenende intensiv geprobt und das nach vollen Arbeitstagen. Hut ab für so viel Engagement.

Thomas Horneber, der den Klinikchef spielt, ist begeistert von dieser Komödie, bei der das Publikum den Figuren gegenüber einen großen Wissensvorsprung hat. „Es ist uns bei den ersten Proben unheimlich schwer gefallen, nicht zu lachen, wenn wir gehört haben, was wir da so von uns geben“, schmunzelt er.

Und Schuhmacher ergänzt, „es ist viel schwieriger, Menschen zum Lachen zu bringen als zum Weinen. Um sie zum Lachen zu bringen, muss man sehr ernsthaft spielen“. Der kleine Probeneinblick zeigt, es funktioniert, die Spieler haben sich ihre Rollen perfekt übergestreift. Und freuen sich, in der besonderen Atmosphäre der Studiobühne ein richtig gutes Team geworden zu sein.

Das Publikum darf sich auf einen Lachmarathon freuen.

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