Rat berät über Anregung am kommenden Donnerstag
„Ehemalige Mitbürger nicht vergessen“

Billerbeck. Zum dritten Mal wird sich der Rat der Stadt Billerbeck mit der Verlegung von Stolpersteinen befassen und darüber am kommenden Donnerstag beraten. Nachdem sich die Wolfgang-Suwelack-Stiftung vor zehn Jahren und die Bürgerstiftung vor drei Jahren für die Verlegung der kleinen Messingtafeln, die an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern und in denen Name, Lebensdaten und Sterbeort eingraviert sind, stark gemacht und zur politischen Diskussion gebracht haben, fordern es nun Schüler der Geschwister-Eichenwald-Schule. Sie haben eine Bürgeranregung an den Rat eingereicht, sogar eine Unterschriftenaktion ins Leben gerufen, bei der rund 800 Signaturen von Bürgern zusammengekommen sind. Unser Redaktionsmitglied Stephanie Sieme hat die Schüler des Kurses „Schule ohne Rassismus“ zu ihren Beweggründen für den Antrag und für die Unterschriftenaktion interviewt.

Dienstag, 25.02.2020, 14:58 Uhr
Rat berät über Anregung am kommenden Donnerstag: „Ehemalige Mitbürger nicht vergessen“
Haben die Verlegung von Stolpersteinen angeregt: (v.l.) Pascal Scharenberg, Niko Daldrup, Celina Hinz, Elina Brinkmann, Tabea Heizmann, Magdalena Lukaszcyk, Maja Bergmann, Emilia Ebrecht und Cedric Kortüm-Westerhoff. Es fehlt: Hannes Ewelt. Foto: Stephanie Sieme

Welchen Stolperstein würden Sie gerne zuerst verlegen, wenn der Rat grünes Licht gibt?

Emilia Ebrecht: Alle! Alle sind wichtig. Elina Brinkmann: Gerne die Geschwister Eichenwald, weil unsere Schule nach ihnen benannt ist.

Warum ist die Verlegung der Stolpersteine für Sie ein wichtiges Anliegen?

Celina Hinz: Weil man die Menschen nicht vergessen soll und man sich darüber allgemein mit der Geschichte des Nationalsozialismus auseinandersetzt. Pascal Scharenberg: Weil es für mich wichtig ist, dass die ehemaligen jüdischen Mitbürger nicht vergessen werden.

Sie beschäftigen sich in Ihrem Kurs rund ums Thema Rassismus. Was kann jeder einzelne Ihrer Meinung nach gegen Hass, Hetze und Rassismus tun?

Emilia Ebrecht: Sich dagegenstellen, wenn man etwas mitbekommt. Niko Daldrup: Wenn man so etwas sieht, sofort eingreifen. Pascal Scharenberg: Hakenkreuz-Graffiti würde ich umgestalten. Celina Hinz: Bei Beleidigungen würde ich die Leute ansprechen und fragen, was das soll.

Wie sind Sie eigentlich auf die Idee mit dem Antrag und der Unterschriften-Sammelaktion gekommen?

Celina Hinz: Wir haben uns mit den Stolpersteinen auseinandergesetzt und den Internetauftritt von Künstler Gunter Demnig gelesen. Da stand auch das nötige Vorgehen für eine Verlegung von Stolpersteinen, für den Anfang auch ein Antrag an die Stadt. Die Unterschriften wollten wir sammeln, um mehr Unterstützung für unseren Antrag zu bekommen. Wir wussten ja, dass der Antrag schon zweimal gescheitert war.

Rund 800 Unterschriften sind zusammengekommen. Haben Sie mit einer solchen Resonanz gerechnet?

Emilia Ebrecht: Ich habe nicht mit einer so hohen Anzahl gerechnet, da wir nur eine Woche Zeit hatten. Maja Bergmann: Nein, damit habe ich nicht gerechnet, weil ich dachte, dass wir nur in der Schule Unterstützung bekommen und nicht aus der ganzen Stadt. Auch, weil wir nur so wenig Zeit hatten.

Was meinen Sie, wird der dritte Anlauf zur Verlegung von Stolpersteinen klappen?

Alle: Ja!

Celina Hinz: Auf jeden Fall! Niko Daldrup: Ja, weil wir auch so viele Unterschriften haben.

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