Vandalismussichere Alternative zur Glastafel am Mahnmal vorgesehen
Stahlstele mit Opfernamen geplant

Billerbeck. Viele große Risse sind in der Glastafel am Kriegerehrenmal zu sehen. Mehrfach ist die Gedenktafel das Ziel von Vandalismus geworden – zuletzt 2007. Seitdem steht die Tafel, die 2002 am Kriegerehrenmal aufgestellt wurde und weitere Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft namentlich nennt, beschädigt an ihrem Platz. Nun soll es eine möglichst vandalismussichere Alternative geben: Stahlplatten, aus denen die Namen der Opfer herausgeschnitten sind. Die Wolfgang-Suwelack-Stiftung hat den Münsteraner Designer Christoph Sandkötter damit beauftragt, ein neues Konzept für die namentliche Darstellung aller Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft zu erarbeiten. Es soll wie die Glastafel eine Ergänzung zu den Namen der im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten aus Billerbeck sein, die von je her auf den beiden hinteren Pfeilern des Mahnmals verzeichnet sind. Vorgestellt wird das Konzept im Ausschuss für Umwelt-, Denkmal- und Feuerwehrangelegenheiten, der am Donnerstag (12. 3.) tagt.

Dienstag, 10.03.2020, 11:20 Uhr
Vandalismussichere Alternative zur Glastafel am Mahnmal vorgesehen: Stahlstele mit Opfernamen geplant
Das Mahnmal steht im Fokus des Ausschusses für Umwelt-, Denkmal- und Feuerwehrangelegenheiten. Foto: Archiv

Wie aus den Sitzungsvorlagen für den Ausschuss hervorgeht, sah der erste Entwurf eine Anbringung von Corten-Stahlplatten im Inneren des Denkmals vor – an den Innenseiten der beiden vorderen Säulen. Aus denkmalpflegerischer Sicht werde das aber kritisch gesehen, wie die Stadtverwaltung schreibt. Die Gründe: Zum einen bedeute es einen Eingriff in die denkmalgeschützte Bausubstanz, zum anderen würde damit eine Veränderung des Erscheinungsbildes und letztlich eine Verunklärung des historischen Kontextes des Denkmals einhergehen, heißt es in der Sitzungsvorlage. „Wir sind der Meinung, dass die Stele außerhalb des Denkmals in der Darstellung und Wahrnehmung deutlich geeigneter ist als innendrin“, sagt Axel Kuhlmann, der bei der Stadt Billerbeck für alle Angelegenheiten rund um Denkmalpflege zuständig ist. In Gesprächen mit der Suwelack-Stiftung, der Verwaltung und Vertretern der Denkmalbehörde hat Christoph Sandkötter eine Konzeption erarbeitet, die einen Standort neben dem Denkmal vorsieht. Finanziert werden soll die Stele durch die Suwelack-Stiftung.

Die Stadtverwaltung schlägt dem Ausschuss für Umwelt-, Denkmal- und Feuerangelegenheiten auch vor, das in den Bauakten als Kriegergedächtniskapelle und im allgemeinen Sprachgebrauch als Kriegerehrenmal bezeichnete Baudenkmal an der Bahnhofstraße künftig unter dem Namen Mahnmal zur Erinnerung an die Opfer von Gewaltherrschaft, kurz Mahnmal, zu führen. Denn: Das Denkmal zur Erinnerung an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs habe durch die Ergänzung der Namen aller Opfer von Gewaltherrschaft eine neue Bedeutung erhalten.

Angedacht sind auch Sanierungsmaßnahmen an dem Denkmal. Schäden gibt es im Bereich der Kuppel und der Treppenanlage. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) wird eine Schadensuntersuchung vornehmen und daraus einen Maßnahmenkatalog erstellen. Danach will die Stadt einen Förderantrag stellen. „Wir hoffen, dass wir im Frühjahr 2021 einen positiven Bescheid bekommen“, so Kuhlmann. Dann könnten im kommenden Jahr Sanierungsmaßnahmen angegangen werden.

7 Der Ausschuss tagt am Donnerstag (12. 3.) ab 18 Uhr im Rathaus. Um 17.30 Uhr findet eine Ortsbesichtigung am Mahnmal statt. Interessierte Zuhörer sind willkommen.

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