Kein Spielbetrieb im Weihgarten
Bühne sagt komplette Sommersaison ab

Billerbeck. Die gesamte Sommersaison 2020 wird abgesagt. In diesem Sommer wird es keinen Spielbetrieb bei der Freilichtbühne Billerbeck geben. Die Entscheidung sei mit schwerem Herzen, aber klarem Verstand, gemeinsam und einstimmig nach einer Krisensitzung der Geschäftsführung getroffen worden, wie die Verantwortlichen der Bühne mitteilen. Die aktuellen Entwicklungen zur Eindämmung des Coronavirus Covid-19 und die damit verbundenen behördlichen Auflagen und Empfehlungen hätten die Verantwortlichen der Freilichtbühne zum Handeln und zu frühzeitigen Entscheidungen gezwungen.

Dienstag, 17.03.2020, 09:58 Uhr
Kein Spielbetrieb im Weihgarten: Bühne sagt komplette Sommersaison ab
Die ausgefallenen Aufführungen des Studiostücks „Aufguss“ – hier die Darsteller (v.l.) Andre Stegemann, Thomas Horneber, Kerstin Averesch, Ralf Klatt und Charlotte Fleige – sollen voraussichtlich im September nachgeholt werden. Foto: Ursula Hoffmann

Die Proben für das Kinderstück „Der Räuber Hotzenplotz“ laufen bereits seit Anfang Februar, das Abendstück „Die drei Musketiere“ wäre in dieser Woche an den Start gegangen. Beide Stücke werden neben den Regisseuren Anke Lux (Hotzenplotz) und Johannes Lang (Musketiere) durch weitere Profis unterstützt: Johanna Haecker hat die musikalische Leitung für den Hotzenplotz übernommen, für die Musketiere sollten Kampftrainer Andreas Kleinschumachers und Kampfchoreograph Oliver Sproll mit dem Ensemble ganz besondere Kampfeinlagen trainieren. Die aktuellen Proben müssen nun mindestens bis zum Ende der Osterferien abgesagt werden. „Wir haben eine Verantwortung für die Spieler, alle Mitwirkenden, die Familien, Angehörigen und die Allgemeinheit und können daher keine weiteren Proben erlauben. Ob das Probenverbot gegebenenfalls noch verlängert wird, sich möglicherweise Spieler, Regie oder Trainer infizieren und in Quarantäne gesetzt werden und damit noch länger ausfallen oder ob weitere behördliche Auflagen kommen, sind für uns nicht kalkulierbare Risiken“, informiert Christian Alexander, Geschäftsführer Kultur. „Ohne eine angemessene Probenzeit können wir aber kein Stück auf die Bühne bringen. Zudem kann niemand absehen, wann sich die Lage wieder entspannt und wann überhaupt eine Spielzeit beginnen könnte.“

Auch das finanzielle Risiko sei nicht kalkulierbar und ein weiterer Grund für die Entscheidung des Vereins. „Wenn wir jetzt frühzeitig handeln, halten sich die finanziellen Einbußen in Grenzen“, berichtet Oliver König, Geschäftsführer Finanzen an der Freilichtbühne. „In den vergangenen Jahren haben wir solide gehaushaltet, so dass die Verluste zwar schmerzen, aber nicht existenziell sind. Wenn wir jetzt einfach abwarteten, müssten die Kosten für beide Produktionen komplett getragen werden – ohne zu wissen ob, wann, wie lange und in welcher Form gespielt werden könnte. Ohne oder mit deutlich verringerten Einnahmen können die Kosten nicht ausgeglichen werden und die finanzielle Schieflage ist vorprogrammiert“.

In den sozialen Medien und im Umfeld des Vereins seien die Reaktionen durchweg anerkennend. „Natürlich sind wir alle sehr traurig, aber die vielen positiven Nachrichten und die zustimmenden Mitteilungen bestärken uns in unserer Entscheidung“, so Dr. Ipek Wiesmann, Geschäftsführerin Marketing. Auch ihr Ressort ist bereits in Vorleistung für die geplante Spielzeit gegangen: Die komplette Werbung war auf den Weg gebracht, Flyer und Plakate sind entworfen worden, Marketing-Strategien wurden geplant und Broschüren für die ganze Spielzeit 2019/20 wurden in großer Auflage verteilt. Trotzdem bleibt auch sie optimistisch: „Wir hoffen, dass die Zuschauer uns dafür in der nächsten Spielzeit umso mehr unterstützen und unsere Aufführungen besuchen werden.“ Die nächste Gelegenheit hierzu wird es voraussichtlich im September geben: Dann sollen die ausgefallenen Aufführungen des Studiostücks „Aufguss“ nachgeholt werden. „Die Termine sind in Planung und werden baldmöglichst veröffentlich“, informiert Dr. Ipek Wiesmann. Die beiden Sommerproduktionen „Der Räuber Hotzenplotz“ und „Die drei Musketiere“ verschieben sich auf den Sommer 2021. Bereits gekaufte Karten für alle Stücke behalten ihre Gültigkeit und können für die neuen Termine genutzt werden.

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