Zwei Netzwerke rund um Corona-Hilfe gegründet
Unterstützung aus eigener Erfahrung

Billerbeck. Sandro Staubermann weiß wie es ist, auf Hilfe angewiesen zu sein. „Da wir ein Kind von fünf Jahren im Haushalt haben, das aufgrund einer Stoffwechsel-Erkrankung, die die Lunge betrifft, zur Risikogruppe gehört, und das sich, wenn irgendwie möglich, nicht anstecken sollte. Dementsprechend sind wir quasi in Quarantäne, ohne uns mit dem Virus infiziert zu haben, und wissen demnach, wie es ist, auf Hilfe angewiesen zu sein“, schildert der 28-Jährige. Deswegen hat er die Facebook-Gruppe „Corona-Hilfe Billerbeck“ ins Leben gerufen. 274 Mitglieder gehören der Gruppe bereits an. „Hinter der Gruppe habe anfangs ich allein gesteckt. Ich habe aber schnell gemerkt, dass es alleine nicht zu managen ist“, so Staubermann. Daraufhin ist ein Orga-Team, bestehend aus sieben Personen, auf die Beine gestellt worden, das sich innerhalb eines Tages um E-Mail, Telefonhotline, Listen und Flyer gekümmert hat. „Wirklich Wahnsinn, was da geleistet wurde, und auch wie viele sich in der Gruppe gemeldet haben, um zu helfen“, freut sich der 28-Jährige. Ziel sei es, alle Menschen, die Hilfe benötigen, insbesondere auch ältere Menschen, zu unterstützen. Hilfsanfragen habe es bereits gegeben. In den nächsten Tagen sollen Flyer verteilt werden. Erreichbar ist die Gruppe per Facebook unter „Corona-Hilfe Billerbeck“, per E-Mail an info@coronahilfe-billerbeck.de und telefonisch unter Tel. 02543/9318422 – 24 Stunden lang.

Donnerstag, 19.03.2020, 06:56 Uhr
Zwei Netzwerke rund um Corona-Hilfe gegründet: Unterstützung aus eigener Erfahrung
Von hier aus wird alles gemanagt. Hier hat der Verein „Kinder-, Jugend- und Familienhilfe“ sein Büro. Foto: az

Es ist nicht das einzige Hilfsnetzwerk in der Domstadt. Der Verein „Kinder-, Jugend- und Familienhilfe“ baut mit der Stadt Billerbeck ebenfalls ein Unterstützungnetzwerk auf und signalisiert, gerne mit der Facebook-Gruppe kooperieren zu wollen. 21 Bürger haben sich bislang bei diesem Unterstützungsnetzwerk gemeldet. Unter den freiwilligen Helfern, die sich engagieren, ist auch die Konfirmandengruppe der evangelischen Kirchengemeinde. „Wer helfen möchte, kann sich gerne melden“, sagt Ludger Althoff von der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, der sich mit der Helferanzahl schon sehr zufrieden zeigt.

Sie wollen, wie die Facebook-Gruppe auch, den Menschen unter die Arme greifen, die aufgrund der Corona-Situation ihr Haus nicht verlassen dürfen oder derzeit nicht verlassen wollen. Bei beiden Netzwerken geht es um Botengänge wie Einkäufe. Es geht um die Unterstützung bei der Versorgung von Tieren. Wenn beispielsweise mit dem Hund Gassi gegangen werden muss oder aber ein Pferde in einem Stall versorgt werden muss. Und nicht nur das. Es geht auch um Gespräche. Es geht darum, für die Menschen da zu sein. Ohne Face-to-face-Kontakte. „Aber durch Gespräche am Telefon oder durch den Türspion“, so Althoff. „Wenn Menschen das Gefühl haben, dass sie vereinsamen, können sie sich melden. Sie können ihre Sorgen loswerden.“ Am vergangenen Dienstag haben sich laut Althoff drei Personen gemeldet und um Hilfe gebeten. Dabei sei es um Botengänge gegangen und auch einfach nur um ein Gespräch. Ihren Sitz hat das Netzwerk im Büro des Vereins „Kinder-, Jugend- und Familienhilfe“, das sich in der ehemaligen Hausmeisterwohnung am Johannisschulgebäude befindet. Kontakt aufgenommen werden kann nur über Telefon oder E-Mail. Die Mitarbeiter sind von 9 bis 16 Uhr täglich unter Tel. 02543/238362 ansprechbar. Die Kontaktaufnahme per E-Mail ist an l.althoff@kinder-jugend-familie.de möglich. Es erfolgt ein telefonischer Rückruf.

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