Raumausstatter Frank Averstegge und sein Team starten große Hilfsaktion
3000 Schutzmasken bis Ende der Woche

Billerbeck. Die Nähmaschinen rattern unaufhörlich. Nina und Kathi, die beiden Auszubildenden von Raumausstatter Frank Averstegge, nähen gemeinsam mit ihrem Chef und dem Meister Herbert mit Feuereifer Schutzmasken aus Leinen und Baumwolle. Ihr Chef hatte ganz spontan die Idee, dabei mitzuhelfen, den aktuellen Engpass an Schutzausrüstung gegen das Coronavirus zu beseitigen.

Freitag, 03.04.2020, 06:03 Uhr
Raumausstatter Frank Averstegge und sein Team starten große Hilfsaktion: 3000 Schutzmasken bis Ende der Woche
Raumausstatter Frank Averstegge (l.), Meister Herbert sowie die Auszubildenden Kathi (im dritten Lehrjahr) und Nina (r., im ersten Lehrjahr) haben trotz der Ladenschließung alle Hände voll zu tun. Sie nähen Schutzmasken, die sie Ärzten, Pflegediensten und Seniorenheimen kostenlos zur Verfügung stellen. Foto: az

„Wir haben gerade wegen der aktuellen Lage Kapazitäten frei. Warum sollen wir unsere Fertigkeiten dann nicht für eine solche Aktion ein setzen“, sagt Frank Averstegge.

Gleichzeitig zeigt sich der Geschäftsmann überwältigt von seinem Aufruf, mit dem er die Bevölkerung gebeten hat, Material für die Masken zu spenden. „Das ist einfach unglaublich, wie groß die Spenden- und auch Hilfsbereitschaft ist. Dafür möchte ich mich bei allen herzlich bedanken“, zeigt sich Frank Averstegge begeistert und gerührt zugleich. Bis Ende der Woche sollen 3000 Schutzmasken fertig sein, die Ärzten, Pflegediensten und Seniorenheimen aus Billerbeck, Havixbeck, Datteln, Coesfeld und sogar Rostock kostenlos zur Verfügung gestellt werden. „Bisher sind 15 Anfragen eingetroffen. Wir rechnen mit weiteren“, berichtet Averstegge. Das Billerbecker Unternehmen Strumpf Dirks habe sich spontan bereiterklärt, Gumminbänder für die Masken zur Verfügung zu stellen. Beim eigenen Großhändler sei kein Gummiband mehr zu haben gewesen. Das Kleine Café versorge das Team mit Brötchen und Kuchen. Und auch die Menschen, die zurzeit an der Nähwerkstatt Baumwoll- und Leinenstoffe abgeben, bringen Kuchen, Schokolade und ein kleines Trinkgeld für die ehrenamtlich tätigen Näherinnen mit.

„Wir haben das Schnittmuster für die Masken selbst entwickelt“, berichtet Frank Averstegge. Als Vorlage dient eine Schablone. Dabei habe man auch berücksichtigt, dass die Kopfumfänge von Kindern und Erwachsenen unterschiedlich sind und die Masken daher unterschiedliche Größen haben müssen. „Das hatten wir zunächst gar nicht im Blick.“ Es handele sich allerdings nicht um medizinische Schutzmasken. Dennoch könne dieser einfach gefertigte, waschbare Mund-Nasen-Schutz einen kleinen Beitrag in dieser Krise leisten, ist sich Averstegge sicher. Im Netz hat er auch einen Aufruf an alle Raumausstatter gestartet, es ihm gleich zu tun und auch Schutzmasken zu nähen. „Alle gemeinsam sind wir stark und können Großes erreichen“, sagt Frank Averstegge. Inzwischen haben sich in Billerbeck auch noch weitere Menschen gemeldet, die die Näherinnen unterstützen wollen. „Wir nehmen diese Hilfe dankbar an“, so Averstegge. Diejenigen, die die Schutzmasken bekommen, hätten bereits signalisiert, dass sie trotz des kostenlosen Angebotes Geld geben wollen, teilt Averstegge mit. „Dieses Geld wollen wir sammeln und an die Kinderkrebshilfe Münster weiterleiten“, versichert er.

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