Uwe Wißmann zieht seine Bewerbung ums Bürgermeisteramt aus gesundheitlichen Gründen zurück
CDU plötzlich ohne Kandidat

Billerbeck. Paukenschlag bei der CDU: Wenige Tage vor der Nominierung durch die Mitglieder und gut drei Monate vor der Kommunalwahl steht die Partei plötzlich ohne Bürgermeisterkandidat da. Uwe Wißmann, der Anfang Februar von der Parteiführung präsentiert worden war, hat seine Kandidatur zurückgezogen. Aus gesundheitlichen Gründen.

Samstag, 30.05.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 30.05.2020, 06:02 Uhr
Uwe Wißmann zieht seine Bewerbung ums Bürgermeisteramt aus gesundheitlichen Gründen zurück: CDU plötzlich ohne Kandidat
Uwe Wißmann bei der CDU-Versammlung im Februar, als bekannt wurde, dass er als Bürgermeisterkandidat für die CDU ins Rennen gehen will. Jetzt zwingen ihn gesundheitliche Gründe, die Kandidatur zurückzuziehen. Foto: Archiv

Wißmann möchte nicht, dass über die Hintergründe spekuliert wird, daher spricht er offen. Nach völlig überraschenden akuten Herzbeschwerden und einem darauf folgenden Krankenhausaufenthalt hätten ihn die Mediziner davor gewarnt, sich in einen anstrengenden Wahlkampf zu stürzen, berichtet der 57-Jährige. „Wir haben dann den Familienrat tagen lassen und ich habe mich entschlossen, an dieser Stelle die Reißleine zu ziehen“, sagt Wißmann. „Es gibt keine andere Option, als der Gesundheit den Vorrang einzuräumen. Es macht keinen Sinn, mit halber Kraft ins Rennen zu ziehen. Gesundheit und Familie haben jetzt Vorrang.“ Er bedauere es außerordentlich, „den Weg mit der CDU nicht weiter gehen zu können.“ Umgehend nach dieser persönlichen Entscheidung habe er den CDU-Vorsitzenden Günther Fehmer informiert und um Verständnis gebeten.

Das versichern Fehmer und Fraktionschef Marco Lennertz und äußern ihren Respekt vor Wißmanns Entscheidung. Dennoch ist ihnen beim Pressegespräch die große Enttäuschung in die Gesichter geschrieben. Mit Wißmann, der als Diplom- Geograph bei der Stadt Gescher Leiter des Fachbereiches Stadtentwicklung, Bauen und Infrastruktur ist und vorher viele Jahre in der freien Wirtschaft tätig war, hatte die Findungskommission der CDU einen hochqualifizierten Kandidaten – dazu noch Billerbecker – für das Rennen ums Bürgermeisteramt gewinnen können. Gute Chancen hatten sich die Christdemokraten ausgerechnet. Schon im März hätten die Mitglieder

Wißmann offiziell wählen sollen, wegen Corona hatte die Versammlung dann auf den 3. Juni, Mittwoch nach Pfingsten, verschoben werden müssen.

„In der Zwischenzeit haben wir natürlich schon inhaltlich gearbeitet“, berichtet Fehmer. Das Wahlprogramm steht – und enthält auch viele Ideen zu Kernthemen, die Uwe Wißmann besetzen wollte: Klimaschutz, Mobilität, Digitalisierung, Bauen und Wohnen. Sehr vielversprechend sei die Zusammenarbeit von CDU-Spitze und designiertem Kandidaten gelaufen, finden alle drei. Marco Lennertz: „Das war eng und vertrauensvoll. Ein schöner Start.“ Und auch Wißmann hat die Zusammenarbeit Freude gemacht: „Es tut mir leid, dass ich die Wahlbezirkkandidaten nicht weiter begleiten kann“, sagt er. „Ich bin überzeugt davon, dass die CDU in der Lage ist, ein super Ergebnis einzufahren.“

Wird die CDU sich kurz vor knapp nach einem neuen Bewerber fürs Bürgermeisteramt umsehen? Theoretisch wäre es möglich, noch bis zum 25. Juli jemanden offiziell zu benennen. Aber ob es auch realistisch oder sinnvoll ist? „Ich kann mir das nicht vorstellen“, redet Vorsitzender Günther Fehmer Tacheles. Zugleich stellt er aber klar, dass der Parteivorstand sich am 10. Juni in einer Sitzung mit diesem Thema befassen wird. Erst dann fällt eine Entscheidung. 7 CDU-Versammlung mit Aufstellung der Kandidaten für die Wahlbezirke zur Ratswahl und Mitgliederehrung: Mittwoch (3. 6.), 19 Uhr, Stadtaula. | Kommentar

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