Erste Wiesenmahd im Naturschutzgebiet
Neustart für Vielfalt in der Berkelaue

Billerbeck. Die erste Wiesenmahd hat im Naturschutzgebiet Berkelaue bereits stattgefunden. Das Heu ist auch schon abgefahren. „Wir freuen uns, dass alles so reibungslos geklappt hat“, so Birgitt Nachbar von der Stadt Billerbeck. Und bei entsprechender Witterung und hohem Aufwuchs wird es im Spätsommer noch eine zweite Mahd geben. Vor allem die Brennnesselfluren müssten dieses und vermutlich auch im nächsten Jahr noch häufiger geschnitten werden, heißt es seitens der Stadtverwaltung. Bald sollen sich dann wieder Pflanzenarten wie Mädesüß, Wiesenschaumkraut, Sumpf-Vergissmeinnicht, Knautien, Margeriten, Wiesen-Platterbsen, Schilf oder Sumpfdotterblumen ausbreiten – je nach Feuchtigkeit des Standortes.

Mittwoch, 10.06.2020, 06:23 Uhr
Erste Wiesenmahd im Naturschutzgebiet: Neustart für Vielfalt in der Berkelaue
Einsatz für die ökologische Vielfalt: Die erste Wiesenmahd hat im Naturschutzgebiet Berkelaue bereits stattgefunden. Das Heu ist auch schon abgefahren. Foto: Birgit Stephan

Die mehr oder weniger brach gefallenen Wiesen im Bereich südlich der Kolvenburg und an der neuen Berkelquelle sollen wieder regelmäßig genutzt werden. Ziel sei es laut Stadtverwaltung, wieder artenreiche und vielfältige Wiesen, Hochstaudenfluren und Säume zu entwickeln. Dies entspreche nicht nur den Vorgaben für das europäische Schutzgebiet, sondern dürfte auch den Anwohnern, Spaziergängern, erholungssuchenden Touristen von nah und fern und nicht zuletzt auch der Vielfalt der Insektenwelt zu Gute kommen. „Sumpfdotterblumen hat es hier in den feuchten Senken vor 20 Jahren noch zu Hauf gegeben. Alles blühte gelb“, so eine Anwohnerin. „Es wäre schön, wenn es wieder so werden könnte.“

Samen von Mädesüß und Blutweiderich seien bereits im vergangenen Spätsommer auf einer nahegelegenen Wiese gesammelt und in Streifen auf den Pflegeflächen ausgestreut worden. Die Saumarten stammen von einem nahegelegenen, artenreichen Saum sowie einer kleinen Wiese. Diese Arbeiten vor Ort übernimmt eine Einsatzgruppe Naturschutz vom Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld. „Unsere Stichworte sind ‘Aushagerung durch häufige Nutzung in den ersten zwei bis drei Jahren’ und ‘Anreicherung mit Mahdgut oder Samen aus artenreichen Flächen aus der nahen Umgebung’“, so Birgit Stephan vom Naturschutzzentrum. Das Naturschutzzentrum berät die Stadt in naturschutzfachlichen Fragen. Wenn die Flächen magerer und krautreicher werden, kann langfristig auf eine extensivere Nutzung umgestellt werden. „Wir sind gespannt und werden die Entwicklung in den nächsten Jahren gerne weiter begleiten und über ein regelmäßiges Monitoring beobachten“, sagt Birgit Stephan.

Für die Wiesen konnte die Stadt einen ortsansässigen Landwirt gewinnen, der die Mahd, das mehrmalige Wenden des Heus und den Abtransport des Mahgutes übernimmt. Die Pflege der Brennnesselfluren sowie einer kleinen Feuchtwiese wurde mit dem Freischneider von der Einsatzgruppe Naturschutz vom Naturschutzzentrum durchgeführt.

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