Zusätzliche Abstellanlage am Bahnhof geplant
Mehr Platz für Drahtesel

Billerbeck. Mehr Platz für Drahtesel – den soll es mit einer zusätzlichen Abstellanlage im Bereich des Bahnhofs geben. Die Stadt Billerbeck wird die Planung dafür in Angriff nehmen. Das hat der Stadtentwicklungs- und Bauausschuss einstimmig beschlossen. Eine der Parkboxen mit acht Stellplätzen für Autos soll aufgegeben werden. Dort soll dann eine zusätzliche Fahrradabstellanlage mit Lichtgittern und einem flachen Dach errichtet werden. Fördermittel sollen für die Umsetzung beantragt werden. Eine Realisierung ist frühestens 2021/ 2022 denkbar.

Montag, 22.06.2020, 12:36 Uhr
Zusätzliche Abstellanlage am Bahnhof geplant: Mehr Platz für Drahtesel
So eine Parkbox wie diese soll am Bahnhof für Autos aufgegeben und stattdessen eine weitere Abstellanlage für Fahrräder errichtet werden. Foto: Stephanie Sieme

Der Bedarf nach weiteren Stellplätzen für Drahtesel ist da. Die Radstation im ehemaligen Güterschuppen ist laut Stadtverwaltung ausgelastet, Parkplätze zugestellt, und eine Vielzahl von Rädern werde einfach wild um den Bahnhof herum abgestellt. „Unser Bahnhof ist eine Mobilitätsstation par excellence“, betonte Bürgermeisterin Marion Dirks. Es gibt dort bereits eine Radstation, bei der Drahtesel geschützt und bewacht abgestellt und repariert werden können. Mit der neuen Abstellanlage gehe es darum, den Service für Radfahrer zu verbessern. Autofahrer müssten perspektivisch am Weihgarten parken. Dort ist eine ehemalige Lagerfläche mit einfachen Mitteln als Parkplatz hergerichtet worden, die aber während der Bahnsteig-Erneuerung und Sanierung der Bahntrasse als Lagerplatz genutzt wurde.

Nach Abschluss der Maßnahmen können die Stellplätze dort wieder genutzt werden. Sie sollen zunächst provisorisch mit einem Schotterrasen hergerichtet werden. Im Zuge des in den nächsten Jahren anstehenden Ausbaus des Weihgartens sollen die Parkplätze mit Hilfe einer Förderung endgültig hergestellt werden. Auf Dauer sei dort ein Park-and-Ride-Parkplatz geplant. „Das können wir nur nicht sofort machen, weil die Kanalsituation dort geklärt werden muss“, berichtete die Bürgermeisterin.

Es gibt Überlegungen für weitere Projekte rund ums Thema Mobilität. Die Stadt habe sich für das Projekt „Sail“ gemeldet, bei dem die Wirtschaftsförderung und die Wirtschaftsbetriebe des Kreises Coesfeld federführend sind. Dabei gehe es auch um die Fragestellung: „Wie kriegt man Auszubildende, die am Bahnhof ankommen, in die Gewerbegebiete?“, so Marion Dirks. Die Stadtverwaltung führe Gespräche, um eventuell einen E-Bike-Verleih anbieten zu können.

In Zusammenarbeit mit den Wirtschaftsbetrieben Kreis Coesfeld plant die Bürgerstiftung eine E-Tankstelle am Bahnhof. Auch Car-Sharing sei ein Thema. Gespräche seien auf Nachfrage unserer Zeitung mit der Firma Stadtteilauto Münster bereits aufgenommen. Im Herbst sei eine öffentliche Veranstaltung dazu geplant.

„Wir finden das sehr begrüßenswert“, betonte Christof Peter-Dosch (Grüne). Seine Fraktion habe einen entsprechenden Antrag dazu zurückgezogen, „weil wir das Thema auf dem Tisch haben“, sagte er. Die Grünen würden aber noch einen Schritt weiter gehen: Packstationen und Abholstationen für Billerbecker Geschäfte, auch mit Lebensmittelangebot, am Bahnhof. Peter-Dosch regte zudem an, eine Haushalts-Mobilitätsstudie durchzuführen. „Um herauszukriegen, was die Billerbecker benötigen, um eine runde Sache daraus zu machen“, so der Grünen-Politiker.

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