Christa Gundt und Birgit Hedemann sprechen über ihre Leidenschaft
„Schreiben heißt, sich selber lesen“

Billerbeck. Das Schreiben ist für Christa Gundt und Birgit Hedemann eine echte Herzensangelegenheit. Eine Leidenschaft. Viel Liebe steckt in ihren literarischen Werken. Und fast immer jede Menge Lokalkolorit. Doch auch Hobbyautorinnen wie sie haben es während der Corona-Pandemie nicht leicht. Alle geplanten Lesungen, die für sie sehr wichtig sind, fallen aus. „Alles ist auf Eis gelegt“, sagt Birgit Hedemann. Dabei wollen die Werke gelesen beziehungsweise vorgelesen werden. Lesungen seien für Hobbyautoren wichtig, um sich mitzuteilen, um die eigenen Werke präsentieren zu können. Für eine Lesung brauche es aber Atmosphäre. Und die sei mit Abstand kaum herstellbar. Mimik, Gestik, Unterbrechungen, Diskussionen und Reflektion gehörten dazu. „Viele warten auch ab, ob es im zweiten Halbjahr eine zweite Infektionswelle gibt. Das Risiko ist vielen zu groß. Das kann ich gut verstehen. Wir müssen damit leben“, sagt Christa Gundt. Das sei schade, aber die beiden freuen sich, wenn es mit den Lesungen wieder losgehe. Ihr Glück sei, dass sie nicht vom Schreiben leben müssten.

Freitag, 10.07.2020, 09:56 Uhr
Christa Gundt und Birgit Hedemann sprechen über ihre Leidenschaft: „Schreiben heißt, sich selber lesen“
Das Schreiben ist für Christa Gundt (l.) und Birgit Hedemann eine Herzensangelegenheit. Aber auch Hobbyautorinnen haben es in der Corona-Krise nicht leicht. Foto: Stephanie Sieme Foto: az

Die beiden Autorinnen sind auch während der Corona-Pandemie fleißig kreativ. Nachdem Christa Gundt in 2016 Erdbeergeschichten, geschrieben für die Billerbeck Hospizgruppe, veröffentlicht hat, folgen nun Apfelgeschichten. „Ein Apfel-Krimi. Apfel-Märchen. Kindheitsgeschichten und eine Auswanderergeschichte“, erzählt sie. Und alles dreht sich eben um das saftige Kernobst. 20 Geschichten sind es insgesamt – passend zum 20-jährigen Bestehen der Hospizgruppe, die ihre Jubiläumsfeierlichkeiten aufgrund der Corona-Pandemie auf nächstes Jahr verschieben musste. „Die Geschichten sind fast fertig“, berichtet die Billerbeckerin, die sich ehrenamtlich in der Hospizgruppe engagiert. Ende dieses oder Anfang nächsten Jahren sollen die Apfelgeschichten voraussichtlich veröffentlicht werden.

Kennengelernt haben sich Christa Gundt und Birgit Hedemann über den Billerbecker Schreibwettbewerb „Fenster-Worte“. Zudem ist auch Birgit Hedemann in der Hospizgruppen aktiv. Sie versucht, über öffentliche Schreibwettbewerbe als Autorin bekannter zu werden und hat an mehreren bereits erfolgreich teilgenommen. Mehrere ihrer Kurgeschichten sind veröffentlicht worden, aber auch ein Roman. Gerade erst ist eine weitere Kurzgeschichte der Billerbeckerin im Rahmen eines Wettbewerbs in einem Sammelband erschienen. Eine Heldengeschichte. „Glühende Herzen, Schockstarre und verlassene Limousinen“ lautet der Titel des Sammelbandes. Eingereicht hat die Schriftstellerin auch einen Krimi mit dem Titel „Leichenfund in der Berkelaue“. Eine Art Kurzgeschichte zu ihrem geplanten Thriller. „Ich wollte schauen, ob die Geschichte funktioniert, habe sie eingereicht und sie wird gedruckt“, freut sie Birgit Hedemann.

Das Schreiben lässt die beiden nicht los. Es hat sie gepackt. Es ist etwas ganz Persönliches. Ob man wolle oder nicht, „man offenbart sich. Schreiben heißt, sich selber lesen“, erzählt Christa Gundt. Und das kennt auch Birgit Hedemann nur allzu gut. „Ich finde mich in meinen Romanen wieder“, sagt die Billerbeckerin.

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