SPD-Bürgermeisterkandidat Carsten Rampe engagiert sich seit 34 Jahren bei den Johannitern
Mit Ehrenamt groß geworden

Billerbeck. Die Schützenwiese hoch oben am Weihgarten ist ein idyllisches Kleinod. Schmetterlinge fliegen umher. Die Bäume wiegen sich im sanften Wind. „Mich verbindet sehr viel mit diesem Ort – seit Kindertagen“, sagt Carsten Rampe. Es ist ein Ort des Ehrenamts. „Und mit Ehrenamt bin ich groß geworden“, so der 47-Jährige. Sein Großvater war im Schützenvereinswesen tätig. Sein Vater war Mitglied im Sportverein und in der St.-Johanni-Schützenbruderschaft, kurz Johanniter, seine Mutter ebenfalls. Sein Bruder engagiert sich bei der Freiwilligen Feuerwehr. Der Großvater mütterlicherseits war beim Landessportbund Berlin aktiv. Rampe selbst ist seit 2007 Präsident der Johanniter. „Ehrenamt ist für eine Gesellschaft wichtig. Es fördert das Miteinander“, findet der Billerbecker, der für die SPD bei der Kommunalwahl am 13. September als Bürgermeisterkandidat antritt. Es gehe um Sozialkontakte, Freundschaften und Zusammenhalt.

Samstag, 05.09.2020, 09:34 Uhr
SPD-Bürgermeisterkandidat Carsten Rampe engagiert sich seit 34 Jahren bei den Johannitern: Mit Ehrenamt groß geworden
Für SPD-Bürgermeisterkandidat Carsten Rampe hat die Schützenwiese hoch oben am Weihgarten seit Kindheitstagen eine besondere Bedeutung. Foto: Stephanie Sieme

Das Engagement im Schützenverein sei aber nicht das erste gewesen. „Angefangen hat alles als Junge im Kinderchor von Stephan Rüter. Das war eine sehr schöne Zeit“, resümiert Rampe. „Der Schützenverein kam später.“ Mittlerweile ist er aber auch schon bei den Johannitern 34 Jahre lang aktiv. Als Fahnenschläger ist er 1986 gestartet. Mit 21 Jahren wurde er jüngster Vereinskassierer, 2007 dann jüngster Vorsitzender. „Das ‘jung’ zog sich so durch“, sagt er und lacht. Und: „Ich sage immer scherzhaft: Ich bin der erste sozialdemokratische Evangele in einem katholisch geprägten Verein.“ In Führungsposition. Als Präsident sei er für die 280 Mitglieder Ansprechpartner. „Ich fühle mich jedem verpflichtet, wenn es Probleme, Fragen und Anregungen gibt. So empfinde ich meine Aufgabe“, sagt er. Als 2011 das Szenario drohte, keinen König zu finden, ist Rampe als Chef für den Verein in die Bresche gesprungen und hat die Sache selbst in die Hand genommen. Zum zweiten Mal regierte er als Majestät die Johanniter. 1996 war er zum ersten Mal König. Nach 2011 hat sich der Verein dann selbst reflektiert, Veränderungen vorgenommen. Seitdem gebe es laut Rampe keine Probleme mehr, einen König zu finden. In den vergangenen Jahren habe es immer wieder zwei Anwärter gegeben. „Das ist wie bei der Kommunalwahl – einer von beiden wird es machen“, so der Domstädter. „Dieses Jahr hätten wir auch zwei Königsanwärter gehabt.“ Wolle man Leute finden, die sich engagieren wollen, müssten Hürden beseitigt werden. Und bei den Johannitern kann im Grunde jeder Königin oder König sein. Es gelte, eine offene Gesellschaft auch innerhalb des Vereins zu sein. Ein Verein müsse mit der Gesellschaft mitgehen. Die Johanniter blicken auf eine 271-jährige Geschichte zurück. Tradition wird versucht, aufrecht zu erhalten. „Schützenvereine sind vor Urzeiten zur Verteidigung einer Stadt gegründet worden. Das wissen eigentlich die wenigsten“, erzählt der 47-Jährige. Und auch wenn es in diesem Jahr coronabedingt kein Schützenfest gegeben habe, so hätten die Mitglieder Verständnis gehabt. Zusammenhalt, füreinander da sein – das mache ein Vereinsleben aus. Und gerade während der Corona-Pandemie habe sich gezeigt, dass zusammengehalten und sich gegenseitig unterstützt werde, findet der Billerbecker: „Das Ehrenamt war da sehr wichtig.“ Und auch bei den Vereinen untereinander gebe es ein gutes Miteinander. Man spreche sich bei Terminen ab, unterstütze sich bei besonderen Ereignissen wie beispielsweise Jubiläen. „Das gehört zu der Identität einer Stadt dazu“, betont der Domstädter. Die Idee der Billerbecker Kirchengemeinden, an Ostern Fahnen und Flaggen vor und an den Häusern, in Bäumen oder Fenstern zu hängen, fand Rampe toll. „Das zeigt. man steht nicht nur zum Verein, sondern auch zur Stadt“, so der Sozialdemokrat. Er habe höchsten Respekt vor allen, die sich ehrenamtlich engagieren. Vor allem auch im Rettungswesen, die zeitweise sogar ihr Leben aufs Spiel setzen.

Ein Schützenverein steht auch für Heimat. Rampe ist in Billerbeck geboren. „Im Ludgerus-Hospital“, erzählt er. Dort, wo heute das Ludgerus-Stift für Senioren ist. „Vielleicht schließt sich ja irgendwann dort der Kreis“, sagt er und lächelt. Die Domstadt hat er nie verlassen. Er ist lieber Berufspendler, als von hier wegzuziehen.

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