Erfrischenden Swing-Balladen der „Zucchini Sistaz“ laden Kultur-Akku bestens auf
Doofe Gefühle werden zu schönen Liedern

Billerbeck. „Einen wunderschönen Abend von der grünen Seite des Lebens“, wünscht Jule Balandat dem Billerbecker Publikum, das sich mit Decken und dicken Jacken gut gerüstet hat, um ein fröhliches Spätsommerkonzert auf der Freilichtbühne aus vollem Herzen zu genießen. Zu Gast sind drei kokette Damen aus Münster, deren Bandname „Zucchini Sistaz“ samt der dazu passenden gemüsikalisch grünen Kleider, die von schillernd grünem Kopfputz gekrönt werden, schon ahnen lässt, hier steht ein Trio mit Schalk im Nacken auf der Bühne, das sich in keine Schublade stecken lässt. Jule Balandat am Kontrabass, Tina Werzinger an der Gitarre und Sinje (Schnittchen) Schnittker an Trompete und anderem „Klimbim“ (Klarinette, Posaune, Xylophon) sind in ihrem 20er-Jahre-Look nicht nur eine Augenweide, sondern sie legen gleich fröhlich los mit swingenden Melodien, die nahtlos in die Beine gehen.

Dienstag, 15.09.2020, 11:18 Uhr
Erfrischenden Swing-Balladen der „Zucchini Sistaz“ laden Kultur-Akku bestens auf: Doofe Gefühle werden zu schönen Liedern
Die „Zucchini Sistaz“ (v.l.) Sinje Schnittker, Jule Balandat und Tina Werzinger begeistern auf der gut besuchten Freilichtbühne mit swingendem Charme und augenzwinkerndem Witz. Foto: Ursula Hoffmann

Alle drei beherrschen virtuos ihre Instrumente, singen in dreistimmig perfekter Harmonie und garnieren ihren saftigen Swing mit augenzwinkernder Moderation. Charmant und mit lockerem Mundwerk spannen Jule und Tina einen grünen Faden durch das Programm, das trotz Corona gute Laune erzeugt. „Wir waren ja nur zu Hause, brauchen einfach Auslauf und haben gemerkt, warum manche Menschen Sport machen“, schmunzelt Tina und leitet damit über zu der „Pi-Pa-Paddeltour“, bei der natürlich der passende Kapitän gesucht wird.

Vor allem ihre Eigenkreationen begeistern mit keck-frechen Texten, die Alltagssituationen mit verspielt humorvoller Leichtigkeit aufgreifen. Ob sie auf charmante Weise dem falschen Galan einen Korb geben oder voller Dramatik die Angst vor dem regelmäßig wiederkehrenden Friseurtermin intonieren, ob sie aus „doofen Gefühlen“ wie dem zur Zeit nicht zu stillenden Fernweh, „schöne Lieder machen“ oder theatralisch ein höchst lebensphilosophisches Lied über das „Leben als Leichtmatrose mit schmutziger Hose“ zum Besten geben, ihre swingenden Arrangements kommen im Publikum bestens an. Nach der Pause lüften sie noch zwei kleine Geheimnisse – bei Schnittchen und Jule ist junges Gemüse unterwegs – Glückwunsch vom Publikum! Musikalisch geht es mit Jazz- und Swing-Standards weiter wie „Rum and Coca Cola“, „Tiko Tiko“ oder „Puttin’ on the Ritz“. Schön auch eine swingend-fetzige Version des Grönemeyer-Hits „Männer“. Ohne laute Zugabe-Rufe lässt das Publikum die „Zucchini Sistaz“ nicht von der Bühne. Die lassen sich bereitwilligst darauf ein, freuen sie sich doch genau wie die Zuschauer darüber, endlich ihren Kultur-Akku wieder aufzuladen zu können.

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