Stadt und Schutzgemeinschaft Deutscher Wald pflanzen am Bahnhof den Baum des Jahres
Robinie: Freude für Menschen und Insekten

Billerbeck. Die Robinie, der Baum des Jahres 2020, hat am Bahnhof einen Platz bekommen. Üblicherweise findet die Aktion von Stadt und Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) schon im April statt. Wegen des Corona-Lockdowns ist sie jetzt nachgeholt worden.

Samstag, 26.09.2020, 06:02 Uhr
Stadt und Schutzgemeinschaft Deutscher Wald pflanzen am Bahnhof den Baum des Jahres: Robinie: Freude für Menschen und Insekten
Haben den Baum des Jahres gepflanzt: (v.l.) Holger Dettmann (Stadt), Bürgermeisterin Marion Dirks, Thomas Rövekamp, Jörg Rövekamp und Gustav Rövekamp (alle Schutzgemeinschaft Deutscher Wald). Foto: az

Seit über 300 Jahren ist die Robinie in Deutschland zu Hause. Aus Nordamerika stammend, wurde sie zunächst in Parks oder Gärten angesiedelt und ist mittlerweile auch in hiesigen Wäldern verbreitet, jedoch liegt ihr Flächenanteil bei 0,1 Prozent, heißt es in der Mitteilung der SDW.

Vorzugsweise ist sie auf eher trockenen Standorten zu finden. Sie wird bis 200 Jahre alt und bis 30 Meter hoch. Typisch sind ihre Blätter: bis zu 30 cm lange Blätter, die aus 19 Einzelblättern bestehen. Die Robinie blüht zwischen Mai und Juni. Weil sie häufig mit einer Akazie verwechselt wird, trägt sie auch den Namen Scheinakazie. Das Positive dieses Baums: Mittels Bakterien ist die Robinie in der Lage, große Mengen Stickstoff aus der Luft dem Boden zuzuführen. Stickstoffarme Flächen werden dadurch auch für andere Bäume nutzbar. Dennoch: Stickstoffanreicherungen verändern Biotope, was zu einer Verdrängung anderer Pflanzenarten führen kann und deshalb eine kluge Anpflanzung der Robinie notwendig macht.

Die Robinie ist für die SDW auch ein sehr moderner Baum. Die Nutzung zur Wiederaufforstung von zerstörten Landschaften und ihre Resistenz gegenüber Trockenheit mit Blick auf den Klimawandel machen diesen bescheidenen Laubbaum zukunftsfähig.

Der Platz am Bahnhof wird im Frühling durch die stark duftende Blütenpracht und die 10 bis 25 Zentimeter langen Trauben für Menschen eindrucksvoll und für Insekten, insbesondere Bienen, zu einer besonderen Nahrungsquelle. Deren Honig wird als sehr heller Akazienhonig geschätzt. Das Holz der Robinie ist robuster und beständiger als Eiche.

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