Zwei Anhänger, sieben Helfer und 24 Bänke
Kirche wird ein neues Erlebnis

Billerbeck. Für die nächsten vier Wochen wird es in der Johanni-Kirche anders aussehen, als es die Billerbecker gewöhnt sind. Statt der Kirchenbänke im Mittelschiff soll Raum entstehen, der die Menschen zum Verweilen einlädt. Die Aktion „Zeit-Umstellung“ soll eine Einladung sein, in die Kirche zu kommen, dass alles natürlich coronakonform.

Montag, 26.10.2020, 06:00 Uhr
Zwei Anhänger, sieben Helfer und 24 Bänke: Kirche wird ein neues Erlebnis
Mit vereinten Kräften tragen die Helfer die schweren Kirchenbänke aus der Kirche. Foto: az

Doch dazu müssen zunächst mal die Kirchenbänke aus der Kirche herausgeräumt werden. Zwei Anhänger und sieben tatkräftige Helfer von der Landjugend sollen helfen, die Bänke zu transportieren. Was von außen noch sehr entspannt aussieht, ist für die Helfer deutlich anstrengender. „Eine Bank hat bestimmt 70 bis 80 Kilogramm. Vielleicht auch 100 Kilo“, schätzt Mika Quante. „Zu zweit aber gut tragbar“. „Oh Gott“, fällt das Urteil von Emma Quante aus, als sie probehalber versucht die Bank allein anzuheben. Die Bänke werden auf den Hof Ahlers gebracht, wo sie gelagert werden. Rund um den Esstisch oder im Wohnzimmer, wir gucken mal, wo wir noch Sitzmöglichkeiten brauchen, wird gescherzt. Direkt, als der Anhänger vor der Kirche hält wird angefangen, die Bänke einzuladen.

Die Türen der Kirche werden sperrangelweit geöffnet, einer der Helfer klettert in den Anhänger, um die Bänke von dort aus entgegenzunehmen. Schnell ist der erste Anhänger beladen und es wird auf den zweiten gewartet.

Währenddessen wird schon einmal mit Scheinwerfern herumgespielt, die den Kirchenraum in ein rotes Licht tauchen. Schließlich soll auch das im Kirchenraum präsentierte Kunstwerk gut zur Geltung kommen. Der Künstler Rüdiger Klebeck hat eine Skulptur „Tanz auf dem Vulkan“ geschaffen, die über den Aktionszeitraum in der Kirche stehen wird. Die Skulptur ist eine Auseinandersetzung mit dem Umgang der Menscheheit mit dem Planeten, der einem Tanz auf dem Vulkan gleicht“, erzählt der Künstler. „Es hat aber auch eine persönliche Seite. Ein verstorbener Freund hat ein Leben geführt, welches einem Tanz auf dem Vulkan glich. Indem ich die Skulptur erschaffen habe, habe ich mich mit mit dem Tod von ihm auseinandergesetzt“, erzählt er. Zum ersten Mal wird die Skulptur in der Kirche präsentiert. „Ich bin sehr dankbar, die Skulptur hier präsentieren zu können. Der Rahmen und der Raum sind genau richtig“, sagt er.

Als der nächste Anhänger da ist, haben Mika und Emma Quante, Marie Daldrup, Johann & Hubertus Reinert, Finn Kleimann und Nils Hidding noch einiges an Arbeit vor sich.

„Aber mit 20 Helfern wollten wir wegen der Corona Situation auch nicht hier antanzen“, so Emma Quante. Daher sind es nur ein paar, aber tatkräftige Helfer. „Die Zusammenarbeit zwischen Kirche und Landjugend war schon immer eng. Wir werden oftmals von der Kirche unterstützt und wir helfen im Gegenzug der Kirche gerne“, erzählt sie weiter.

Die Kirche soll in Zeiten der Umstellung zu einem neuen Erlebnis werden. „Es tut den Menschen gut, wenn etwas passiert“, sagt Propst Hans-Bernd Serries. „Wir erfahren, wie viele Menschen dankbar sind, dass Gottesdienste wieder stattfinden dürfen. Da wir in Zeiten der Umstellung leben, wollen wir mit kleinen Aktionen Kirche attraktiv gestalten“, sagt er.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7647975?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F7095333%2F947609%2F
Nachrichten-Ticker