Fünfter Billerbeck-Kalender mit historischen Stadtansichten herausgebracht
„Jeder hat seine eigene Erinnerung“

Billerbeck. Es sieht richtig verwunschen aus. Efeu rankt und windet sich an der kompletten Sandsteinfassade entlang. „Wie ein Märchenschloss“, sagt Heike Geßmann. In der Tat. Dabei handelt es sich um das Rathaus, genauer gesagt um ein Bild aus vergangenen Tagen von der Rückseite der Stadtverwaltung. In Schwarz-Weiß. „Ich vermute, dass es aus der Zeit stammt, als Suwelack abgebrochen wurde. Aus den 70er-, 80er-Jahren. Damals war das ein Hinterhof. Ich habe ja im Rathaus gewohnt und im Hof gespielt. Den Parkplatz gab es damals noch nicht“, erzählt Bürgermeisterin Marion Dirks.

Samstag, 07.11.2020, 08:00 Uhr
Fünfter Billerbeck-Kalender mit historischen Stadtansichten herausgebracht: „Jeder hat seine eigene Erinnerung“
Präsentieren den fünften historischen Billerbeck-Kalender: Bürgermeisterin Marion Dirks (l.) und Heike Geßmann von der Bücherschmiede. Das Titelbild ziert eine Ansicht der Lange Straße aus den 70er-Jahren. Foto: Stephanie Sieme

Das Rathaus-Bild ist eines der ganz alten Fotos, die im neuen historischen Bildkalender der Stadt Billerbeck untergebracht sind. Zwölf Monatsmotive mit verschiedene Ansichten aus einer vergangenen Billerbecker Zeit mit Gebäuden, Straßenzügen und Menschen zieren den Kalender, den die Stadt Billerbeck bereits zum fünften Mal in Zusammenarbeit mit der Kalender Manufaktur Verden herausbringt. „Wir hoffen, dass er den Menschen gefällt und Erinnerungen hochkommen. Jeder hat seine eigene Erinnerung, die auch in schwierigen Zeiten wie dieser Freude machen kann“, so Marion Dirks. Beim ersten Lockdown im Frühjahr hat die Stadtverwaltung täglich bei Facebook ein historisches Foto aus Billerbeck veröffentlicht. Das sei richtig gut angekommen. „Darum war es für uns selbstverständlich, wieder einen Kalender rauszubringen“, sagt sie.

Die fünfte Auflage ist in einem neuen Format erschienen. Bislang war es immer ein Quer-, nun ist es ein Hochformat. „Wir haben mehr hochformatige Fotos gefunden“, erklärt die Bürgermeisterin. Das Titelbild zeigt die Lange Straße in den 70er-Jahren. Im Hintergrund ist der alte Verlauf der Zufahrtstraße von Coesfeld zu sehen – und das Realschulgebäude. Die Hauptschule noch nicht. Sie ist später gebaut worden.

Im Inneren des historischen Kalenders werden Fotos vom alten Steinhaus Wigger, einem der ältesten Gebäude der Stadt, der Buchbinderei Freese, vom ehemaligen Sparkassengebäude an der Münsterstraße, der Apotheke, die mal im Haus Beckebans untergebracht war, dem Haus Schölling, einem Festumzug am Gantweger Tor, dem ehemaligen Haus Wilde, in dem der Müller gewohnt hat, der Kapelle Haus Hameren und der Johanns-Kirche präsentiert. „Da ist der Kirchturm noch nicht schief“, so Marion Dirks.

Zusammen mit Stadtarchivar Dieter Nagorsnik hat die Bürgermeisterin aus dem umfangreichen Bildmaterial-Fundus der Stadt die schönsten Motive herausgesucht. Wie viele Fotos sie gesichtet haben? „Unmengen“, so Marion Dirks. Nicht nur historische Bilder, auch alte Postkarten. „Wir haben überlegt, alte Postkarten neu aufzulegen“, berichtet die Bürgermeisterin. Es müssten aber noch die Rechte geklärt werden.

 Erhältlich ist der fünfte Kalender mit den historischen Ansichten in der Bücherschmiede. Er kostet 19 Euro.

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