Pflegedienst Meinert und Investoren betreten mit Wohngemeinschaft für Senioren Neuland
Auch im Alter familiär leben

Billerbeck. So lange wie möglich selbstbestimmt leben sollen die künftigen Bewohner der Senioren-Wohngemeinschaft (WG) in einem neuen Haus in der Straße „An der Kolvenburg“. Auf der Baustelle dort sind die Handwerker mit Hochdruck bei der Arbeit, um das Gebäude bis September 2021 fertigzustellen.

Dienstag, 01.12.2020, 06:22 Uhr
Pflegedienst Meinert und Investoren betreten mit Wohngemeinschaft für Senioren Neuland: Auch im Alter familiär leben
Hoffen darauf, dass wie geplant im September 2021 das neue Gebäude in der Straße „An der Kolvenburg“ fertiggestellt ist, damit dort zwölf ältere Menschen in der Senioren-WG ein neues Zuhause finden können: Sabrina Hübers, Franziska Hülsbusch und Ann Katrin Meinert (Geschäftsführerin) vom Pflegedienst Meinert sowie die Bauherren Raphael Brinkmann und Klaus Löderbusch. Foto: Manuela Reher

Zwölf Senioren werden dort ein neues Zuhause finden, das im Kreis Coesfeld seinesgleichen sucht, wie Ann Katrin Meinert, Geschäftsführerin des ortsansässigen Pflegedienstes Meinert, betont. Dieser wird das neue Haus betreiben; Bauherren sind Klaus Löderbusch und Raphael Brinkmann.

Geplant ist eine Wohngruppe mit zwölf Bewohnern im Erd- und Obergeschoss, die nach Bedarf auch Pflegeleistungen erhalten können. „Wir wollen vorbeugen, dass die Menschen nicht so vereinsamen. Wir erleben oft, dass die Kinder nicht mehr vor Ort sind, in Zürich, Berlin oder Spanien leben“, so Ann Katrin Meinert.

Die älteren Menschen mit und ohne Pflegebedarf dürfen sich auf diese neue Wohnform freuen, die in der jüngeren Generation seit Jahrzehnten bekannt ist. In der Senioren-WG haben die Bewohner jeweils ein eigenes Zimmer und damit eine Rückzugsmöglichkeit. In der Gemeinschaftsküche und im gemeinsamen Wohnzimmer können sie zusammenkommen. „Uns ist es wichtig, dass die Bewohner eine familiäre Atmosphäre vorfinden, wie sie diese in ihrer vorherigen Lebensphase auch gewohnt waren“, sagt Ann Katrin Meinert. Weil die Küche offen gestaltet würde, würden die älteren Menschen die Betriebsamkeit unmittelbar erfahren und auch Kochgerüche wahrnehmen. Jeder könne sich, so weit ihm das seine Möglichkeiten erlauben würden, an der Zubereitung der Speisen oder auch an anderen Tätigkeiten, die in einem Haushalt anfallen, beteiligen. Vor Ort seien Präsenzkräfte des Pflegedienstes, die Unterstützung anbieten würden.

Das zweigeschossige Gebäude ist mit einem Aufzug ausgestattet und natürlich barrierefrei geplant, wie Ann Katrin Meinert betont. Auf einer großzügigen Terrasse können sich die Bewohner in der warmen Jahreszeit treffen und gemeinsam den Garten mit altem Baumbestand genießen. „Wir wollen alle Sinne der Bewohner ansprechen“, sagt Ann Katrin Meinert. Der Standort für die Senioren-WG sei ideal. Die Lage in einem gewachsenen Wohngebiet sei ruhig und dennoch zentral. Mit dem Auto lasse sich das Haus gut über die Umgehungsstraße, die Daruper Straße, ansteuern. Stellplätze würden auf dem Grundstück, auf dem früher einmal ein Einfamilienhaus gestanden hat, geschaffen. Auch zu Fuß könnten die Bewohner die Innenstadt gut und sicher erreichen. Der Weg führt an der Kolvenburg vorbei.

Ann Katrin Meinert freut sich, dass auch der Kindergarten im Dreitelkamp nicht weit entfernt liegt. Denn die künftigen Bewohner sollen die Möglichkeit bekommen, Kontakte mit der Einrichtung und vor allem mit den Kita-Kindern zu knüpfen. „Der Austausch zwischen den Generationen hat einen hohen Stellenwert“, sagt sie und fügt hinzu: „Wir wollen, dass die Bewohner nicht nur innerhalb des Hauses, sondern auch draußen am Leben teilnehmen.“ Auch mit der unmittelbaren Nachbarschaft sollen die Bewohner Kontakte knüpfen können.

Das Konzept einer Senioren-WG sei im Kreis Steinfurt bereits umgesetzt worden. „Wir fanden die Idee schon immer interessant“, sagt Ann Katrin Meinert. Weil es sich um eine kleine Einrichtung handele, könne noch individueller auf die Bewohner eingegangen werden. Der Pflegedienst Meinert habe schon seit geraumer Zeit überlegt, ein solches Konzept zu realisieren. Nach dem neuen Pflegebedarfsplan des Kreises Coesfeld seien solche Wohnkonzepte ausdrücklich erwünscht.

Vor diesem Hintergrund haben die Investoren und Betreiber auch ein weiteres Projekt im Blick: den Bau einer Senioren-WG auf dem Grundstück der ehemaligen Gaststätte „Zur Berkelquelle“ an der Nottulner Straße mit Platz für 24 Bewohner. Doch nun soll zunächst einmal das Projekt in der Straße „An der Kolvenburg“ verwirklicht werden. Die Erfahrungen mit dieser Einrichtung sollen dann für das weitere Projekt genutzt werden.

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