Maja Ilisch veröffentlicht Fantasy-Romane
Showdown für Trilogie in Arbeit

Billerbeck. Sie befindet sich in den letzten Zügen für das fulminante Finale. Für den Showdown. „Es wird tragisch und dramatisch“, verrät Maja Ilisch. Die 45-Jährige schreibt aktuell an dem letzten Band ihrer Trilogie „Die Neraval-Sage“. Anfang Februar soll die Rohfassung fertig sein. Geplant ist, dass das Buch im Herbst erscheint. Voraussichtlich mit dem Titel „Das gefälschte Land“. Den ersten Band, „Das gefälschte Siegel“, hat Maja Ilisch Anfang 2019 veröffentlicht, den zweiten, „Das gefälschte Herz“, im vergangenen Jahr. „Er sollte auf der Leipziger Buchmesse erscheinen“, erzählt die Autorin. Dann kam der erste Lockdown. Die Messe wurde abgesagt. Alle Buchhandlungen mussten schließen. „Mein Buch war wie unsichtbar. Es ist sang- und klanglos untergegangen. Das hat mir das Herz gebrochen, weil ich so viel Mühe und Herzblut reingesteckt habe“, erzählt sie. Alle Lesungen sind ausgefallen – bis auf eine, die online erfolgte.

Mittwoch, 20.01.2021, 07:58 Uhr
Maja Ilisch veröffentlicht Fantasy-Romane: Showdown für Trilogie in Arbeit
Maja Ilisch hat ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht und ist als Schriftstellerin selbstständig. Sie schreibt Fantasy-Romane. Foto: Anna Wawra

Die Trilogie beginnt als „ganz klassischer Fantasy-Roman“, erzählt Maja Ilisch. Worum es geht? Vor Tausenden von Jahren wird ein Erzdämon zur Strecke gebracht und in eine Schriftrolle gebannt. Diese Schriftrolle wird gut bewacht. Eines Tages stellt sich heraus, dass es sich nicht mehr um das Original handelt. Der König, Hüter der Schriftrolle, veranlasst, der Sache nachzugehen. Schließlich geht es um das größte Geheimnis des Landes. Und kommt es ans Licht, dass das Original verschwunden ist, dann ist er die längste Zeit König gewesen. Die Zauberin, die den Dämon verbannt hat, muss gefunden werden.

Die Helden in ihrem Roman sind keine typischen Helden. „Sie sind verkracht, kommen nicht gut miteinander klar“, erzählt die Autorin. Statt einer sogenannten „Heroic Fantsy“ mit den üblichen Heldenfiguren sei es eine „Antiheroic Fantasy“. Und das gilt nicht nur für die Trilogie, sondern für all ihre Werke. „Ich möchte Bücher schreiben, in denen normale Leute mit normalen Problemen vorkommen. Am Ende der Bücher haben sie zwar immer noch Probleme, aber sie haben gelernt, damit umzugehen“, sagt Maja Ilisch. In ihren Romanen gebe es keine epischen Schlachten, aber viel List und zahlreiche Wendungen. Das Genre „Fantasy“ hat es ihr einfach angetan. Schon immer. „Ich mag daran, dass ich alle Freiheiten habe“, so Maja Ilisch. Sie könne in den Romanen eine eigene Welt entwickeln, eine eigene Gesellschaft aufbauen.

Die Trilogie ist im Verlag Klett-Cotta erschienen. Der Verlag hat die deutschen Rechte an einem der Klassiker der Fantasy-Literatur: dem Herrn der Ringe. Über 20 Jahre ist es her, dass Maja Ilisch ihr erstes Manuskript dort einreichte. Viele weitere folgten, bis es endlich klappte.

Die Welt der Literatur hat Maja Ilisch schon immer fasziniert. Nicht nur, weil sie zufällig am 23. April das Licht der Welt entdeckt hat – der Tag, der später zum Welttag des Buches erklärt wurde und an dem auch William Shakespeare vor 405 Jahren zur Welt gekommen ist. Sie hat schon immer Bücher quasi verschlungen. Seit ihrer Schulzeit hat sie geschrieben und wollte immer Schriftstellerin werden. Sie hat sich als Schülerhilfskraft in einer Bücherei engagiert, später Bibliothekswesen studiert und eine Ausbildung zur Buchhändlerin absolviert. Ein paar Jahre hat sie in Billerbeck im Haus ihrer Großmutter Irene Ilisch gelebt, Enkelin des Gründers und ersten Verlegers des Billerbecker Anzeigers. Und auch Irene Ilisch hat als Herausgeberin und Redakteurin viele Jahre geschrieben. Maja Ilisch, die auch bei der Freilichtbühne und im Propsteichor aktiv war, lebt heute mit ihrem Mann im Rheinland.

Sie hat auch mal einen Ausflug ins Fernsehen gemacht. Als freie Autorin hat sie Scripte für die Gerichtssendungen „Barbara Salesch“ und „Das Familiengericht“ verfasst . Vor einigen Jahren hat sie sich dann ihren Traum erfüllt und sich als Schriftstellerin selbstständig gemacht. Ihr erstes erschienenes Werk ist 2013 ein eBook, das den Titel „Das Puppenzimmer“ trägt, im „dotbooks Verlag“ veröffentlicht und sogar ins Russische übersetzt wurde. Mittlerweile hat die 45-Jährige fünf Romane veröffentlicht. Dazu gehört auch „Die Spiegel von Kettlewood Hall“ – erschienen bei Droemer Knaur. Heldin ist eine 15-jährige Textilarbeiterin im viktorianischen England. Es geht um gruselige Bewegungen in Spiegeln und um ein magisches Schachspiel. „Mit einer starken Frau als Hauptfigur“, so Maja Ilisch. Zwölf Romane liegen unveröffentlicht in ihrer Schreibtischschublade. 40 bis 50 Romane habe sie in all den Jahren angefangen zu schreiben und aus verschiedensten Gründen nie vollendet. „Ich habe immer wieder neue Ideen.“ Ihre Bücher entwickeln sich beim Schreiben. Zwar habe sie grobes Gerüst, „aber ich plane nicht“, erzählt sie. Und ist der letzte Band der Trilogie fertig, hat sie schon neue Projekte, denen sie sich widmen möchte.

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