Freilichtbühne plant Aufführungen von „Räuber Hotzenplotz“ und „Schtonk“
Hoffnung ruht auf Sommerstücken

Billerbeck. Sie geben die Hoffnung nicht auf. Für den anstehenden Sommer planen die Verantwortlichen der Freilichtbühne Billerbeck die Aufführung des Kinder- und Erwachsenenstückes. Das ist aber nicht nur davon abhängig, ob es die Corona-Situation zu dem Zeitpunkt der geplanten Aufführungen zulässt, sondern auch, ob rechtzeitig mit den Vorbereitungen gestartet werden kann.

Montag, 01.02.2021, 06:02 Uhr
Freilichtbühne plant Aufführungen von „Räuber Hotzenplotz“ und „Schtonk“: Hoffnung ruht auf Sommerstücken
„Wagners Ring des Nibelungen“ inszenierte die Freilichtbühne im Sommer 2019. Foto: Carsten Kottke

„Wir haben für beide Stücke einen Stufenplan entwickelt“, berichtet Christian Alexander (Geschäftsführer Kultur). Für „Räuber Hotzenplotz“ (Kinderstück) – Regie führt Anke Lux – sollen die Proben im Februar zunächst digital starten. Ab März soll dann in Kleingruppen draußen geprobt werden, Mitte/Ende März sollen die szenischen Proben anstehen und ab Mitte April soll das Ensemble zusammengeführt werden. Die Premiere ist für den 29. Mai terminiert. „Alles ist aber vom Verlauf der Pandemie abhängig“, betont Christian Alexander. Die Proben für „Schtonk“ (Erwachsenenstück), die Komödie nach dem gleichnamigen Film von Helmut Dietl über die gefälschten Hitler-Tagebücher, starten erst viel später. „Damit sich die beiden Ensembles hinter der Bühne nicht über den Weg laufen“, erklärt der Billerbecker. Auch die Premiere dieses Stückes, das von Regisseur Johannes Lang inszeniert wird, ist erst im August geplant, genauer gesagt am 20. August. „Wir sind dann eine der ersten Bühnen, die das Stück auf eine Bühne bringen“, informiert Christian Alexander. Denn Profi-Theater konnten es aufgrund des Lockdowns noch nicht zeigen. Dass es in Billerbeck gezeigt wird, bedingt, dass die Vorbereitungen wie Präsenz-Proben, Bühnenbau und das Schneidern der Kostüme rechtzeitig starten können. „Wir brauchen zwei, drei Monate Vorbereitungszeit, um etwas Vernünftiges auf die Beine stellen zu können“, so das Mitglied der Geschäftsführung. „Wir haben Hoffnung.“ An erster Stelle stehe aber dabei die Gesundheit von Mitgliedern und Zuschauern.

Die Freilichtbühne könne auf Erfahrungswerte aus dem vergangenen Sommer zurückgreifen. Auch wenn schon frühzeitig die komplette Saison im vergangenen Jahr abgesagt wurde, so haben in den Sommermonaten Konzerte der Stadt Billerbeck im Weihgarten stattgefunden und auch die im Frühjahr ausgefallenen Aufführungen des Studiobühnenstücks „Aufguss“ wurden kurzerhand auf der großen Bühne nachgeholt. „Mit einem guten Hygienekonzept ist das möglich“, sagt Christian Alexander.

Die Freilichtbühne arbeitet bei den Inszenierungen der Stücke immer mit Profis (Regie, Gesangstrainer, Choreograf) zusammen. „Für sie ist diese Zeit sehr schwer. Nahezu alle Aufträge sind für sie ausgefallen. Da geht es um Existenzen“, so Christian Alexander. Alle Regisseure, die 2020 an der Freilichtbühne tätig gewesen wären, würden dieses Jahr wieder zum Einsatz kommen. Nahezu alle anderen Freilichtbühnen-Akteure engagieren sich ehrenamtlich. „Für uns ist es so, dass wir aktuell nicht unserem Hobby nachgehen können“, sagt der Domstädter. Den Mitgliedern fehle die Bühne, das Zusammensein, die Treffen, so Dr. Ipek Wiesmann (Geschäftsführerin Marketing).

Auch der Freilichtbühnen-Chor „Stagefever“ kann seit vielen Monaten nicht mehr Proben. Das Konzert zum zehnjährigen Jubiläum musste ausfallen. Digitale Treffen mit Atemtechniken und Übungen zum Einsingen finden nun einmal pro Monat statt, wie Bianka Dierksmeier berichtet. Dabei warte tolle Literatur auf Sängerinnen und Sänger, mit denen sie schöne Konzerte gestalten könnten. Bianka Dierksmeier: „Wir müssen geduldig sein.“ Erstmals in der 70-jährigen Geschichte der Freilichtbühne konnte der Vorhang für Stücke im vergangenen Jahr nicht aufgehen. Schon vor dem gesetzlichen Lockdown habe man im Frühjahr beschlossen, nach vier Aufführungen des Studiobühnenstücks die Reißleine zu ziehen. Auch bevor die Proben für die nächsten Stücke gestartet seien. „Damit wir finanziell nicht in Schieflage geraten“, so Dr. Ipek Wiesmann. Diese Strategie sei genau richtig gewesen.

Die proben- und spielfreie Zeit habe der Arbeitskreis „Spiel“ zudem genutzt, um Ideen für mögliche Stücke in den nächsten Jahren zu sammeln, berichtet Christian Alexander: Sonst haben wir ein bis eineinhalb Jahre im Voraus geplant, jetzt sind es drei.“ Um welche Stücke es sich genau handle, könne noch nicht gesagt werden. Mit den Verlagen, die die Rechte besitzen, müssten dazu noch Verhandlungen geführt werden. Fest stehe aber, dass die „Musketiere“, die 2020 geplant waren, in 2022 auf die Bühne kommen sollen. Das Wintestück „Du spinnst wohl“ aus 2020 ist auf den kommenden Winter verlegt worden.

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