Ludgerus-Stift erhält Erstimpfung als letzte Senioreneinrichtung im Kreis
„Die Zeit hat für uns gespielt“

Billerbeck. Rund 260 Personen sind im Ludgerus-Stift am vergangenen Wochenende gegen das Coronavirus geimpft worden. Das Stift ist die letzte Senioreneinrichtung im Kreis Coesfeld, in der nun die Erstimpfungen stattgefunden haben. Die waren eigentlich schon im Januar geplant und mussten aufgrund von Lieferschwierigkeiten beim Impfstoff von Biontech/Pfizer verschoben werden. „Eigentlich hätten wir jetzt schon unseren zweiten Impftermin gehabt“, sagt Markus Wixmerten, Geschäftsführer des Stifts. „Man hat jetzt richtig gemerkt, dass sich alle darauf gefreut haben, nun geimpft zu werden.“ Auf den Impftermin selbst habe die Einrichtung nur bedingt Einfluss, das werde an anderer Stelle entschieden, ergänzt Einrichtungsleiter Romano Catanzariti. Die Koordination sei ein Zusammenspiel von Einrichtung, Impfzentrum, Kassenärztlicher Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) und Land, erklärt Wixmerten.

Dienstag, 16.02.2021, 08:06 Uhr
Ludgerus-Stift erhält Erstimpfung als letzte Senioreneinrichtung im Kreis: „Die Zeit hat für uns gespielt“
Ein wichtiger Pieks: Hier erhält eine Person, die im Ludgerus-Stift wohnt, die Impfung gegen das Coronavirus. In drei Wochen folgt die notwendige zweite Impfung. Foto: Ludgerus-Stift

Aber auch, wenn die Erstimpfung nun drei Wochen später als geplant durchgeführt worden sei, gebe es einen positiven Aspekt. „Die Zeit hat für uns gespielt“, so Wixmerten. „Wir konnten viel aufklären, viele Fragen beantworten. Wir haben auch eine Betriebsärztin, die für Fragen immer zur Verfügung stand.“ All das habe sich ausgezahlt. Denn die Impfbereitschaft unter Bewohnern und Pflegekräften sei hoch: Fast 100 Prozent der Bewohner hätten sich impfen lassen, bei den Mitarbeitenden waren es fast 99 Prozent.

39 Fläschchen mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer sind bereits am vergangenen Samstag angeliefert worden, sodass der Sonntag ganz im Zeichen der Impfungen stand. Mitarbeiter der Ludgeri-Apotheke haben den Impfstoff aufbereitet, Ärzte der beiden Praxen Lettau/Klüsener und Burth/Zeljko dann gespritzt. Die Altenbegegnung des Stifts wurde zur Impfstation umfunktioniert. Zuerst wurden dort die Bewohner geimpft, danach folgten die Mitarbeitenden. Nach der Impfung wurden sie in der Kapelle des Stifts betreut und beobachtet. „Alles hat problemlos geklappt“, informiert Wixmerten. Alle hätten den Impfstoff gut vertragen.

Alle planmäßigen Impfungen wurden durchgeführt. Mit übrig gebliebenem Impfstoff „konnten wir zusätzlich noch ein Dutzend Polizisten impfen“, berichtet Pflegedienstleiterin Caroline Stegt. Vom überschüssigen Impfstoff profitiert haben auch die über 80-Jährigen des heimverbundenen Wohnens. „Das war unser Glück“, so Wixmerten. Denn sie sind keine stationären Bewohner, sondern leben eigenständig und selbstbestimmt in einer Wohnanlage auf dem Stifts-Gelände. „Sie gehören aber trotzdem zu uns“, betont der Geschäftsführer. Geplant sei deshalb gewesen, sie beim Impfen von vornherein mitzuberücksichtigen. So wie es in anderen Einrichtungen bereits Praxis gewesen sei. Aber diese Praxis sei aufgrund der Impfstoff-Lieferschwierigkeiten und den dadurch gekürzten Impfstoff-Kontingenten seitens des Landes geändert worden. „Das Impfzentrum des Kreises hat sich für uns in Düsseldorf sogar noch stark gemacht“, erzählt Wixmerten. „Unser Glück war es, dass wir noch überschüssigen Impfstoff hatten.“ Denn sieben Dosen konnten aus einer Ampulle des Impfstoffes gewonnen werden. Der darf Personen verabreicht werden, die laut Verordnung priorisiert seien. Und dazu gehören neben den Polizisten auch die über 80-Jährigen des heimverbundenen Wohnens. Alle, die jünger sind und dort leben, konnten nicht geimpft werden. Genauso wie die in der Einrichtung ehrenamtlich Tätigen. Denn nach einer geänderten Verordnung des Landes könnten nur noch die Pflegebeschäftigten in einer Einrichtung, nicht mehr wie vorher alle in Pflegeeinrichtung Tätigen geimpft werden. Viele Ehrenamtliche hätten sich aber bei der Impfaktion engagiert und geholfen. Durch das Impfen gebe es für Besucher keine Lockerungen. Die Regelungen bleiben bestehen und werden laut Stift in den nächsten Tagen aufgrund gesetzlicher Vorgaben noch verschärft.

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