Teilnehmer des Projekts „Gemeinsam Gesund Leben in Billerbeck“ spenden für Menschen in Bhopal
Brücke nach Indien geschlagen

Billerbeck. „Gemeinsam Gesund Leben in Billerbeck“ – während dieses Projekt vor Ort als Folge der Corona-Krise online und auf Sparflamme köchelt, ist es im indischen Bhopal groß auf einem Transparent geschrieben und versetzt Menschen dort in große Freude.

Montag, 12.04.2021, 07:02 Uhr
Teilnehmer des Projekts „Gemeinsam Gesund Leben in Billerbeck“ spenden für Menschen in Bhopal: Brücke nach Indien geschlagen
Obst ist gesund und wird kostenlos an die Menschen ausgegeben. Auch hier ist der Hinweis auf die Hilfe aus Billerbeck zu lesen. Foto: az

Die Brücke zwischen der Domstadt und der Hauptstadt des indischen Bundesstaates Madhya Pradesh hat Sarah Husain geschlagen, und viele Billerbecker sind ihr gefolgt – mit einer Spende. Rund 1200 Euro hat Sarah Husain überweisen können für ein Projekt zur Unterstützung benachteiligter Menschen in Bhopal. „Ich freue mich so sehr, dass viele Billerbecker, die an ,Gemeinsam Gesund Leben’ teilgenommen haben, bereit waren zu helfen“, sagt Husain.

Sie gehört zum Team der Fachhochschule Münster, die gemeinsam mit der Stadt Billerbeck und dem Gesundheitszirkel Billerbeck das Projekt „Gemeinsam Gesund Leben“ initiiert und begleitet hat. Es ist ein ganzheitliches Programm und hat zum Ziel, den Teilnehmern alles rund um einen gesunden Lebensstil zu vermitteln. Es geht um Gesundheit, Ernährung, Entspannung, Bewegung und Miteinander. Im vergangenen Jahr hätte die vierte Auflage stattfinden sollen, aber Corona hat den Verantwortlichen einen Strich durch die Rechnung gemacht – wie auch 2021. Bis 2019 hatten über 200 Teilnehmer das Projekt durchlaufen. Hatten bis dahin neben Workshops, Kochkursen oder begleiteten Einkaufstouren auch größere Veranstaltungen wie ein Gesundheitsmarkt stattgefunden, schrumpften die Angebote zuletzt notgedrungen zu Online-Treffen. „Die finden aber mit über 20 Teilnehmern monatlich statt, und erst vor kurzem hatten wir sogar online ein Koch-Event“, berichtet Sarah Husain.

Sie ist gebürtige Inderin und hat sich dort über familiäre Kontakte schon länger für benachteiligte Menschen engagiert. Bhopal ist bekannt geworden durch die weltweit größte Chemiekatastrophe, die sich 1984 ereignete. Tausende Menschen fielen austretendem giftigen Gas zum Opfer und starben, andere leiden bis heute an gesundheitlichen Folgen. Sie vor allem sind durch die Corona-Pandemie besonders hart getroffen. Aber auch die Vielzahl von Wanderarbeitern, die angesichts des landesweiten Lockdowns ihre Erwerbsgrundlage verloren haben.

Als Sarah Husain ehemalige Teilnehmer des Gesundheitsprojekts, die Alumni, um Unterstützung bat, kamen sofort Spenden zusammen. Sie hat sie weitergeleitet an die United Reformers Organisation, die infolge der Katastrophe von Bhopal entstanden ist und es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht hat, benachteiligte Menschen kostenlos mit Nahrung und Medikamenten zu versorgen. „Mit dem Gegenwert von einem Euro kann ein Mensch eine ganze Woche mit Nahrungsmitteln versorgt werden“, weiß Husain. Da bekommt der Titel des Projekts „Gemeinsam Gesund Leben“ eine ganz neue Bedeutung.

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