Junger Kulturverein löst sich nach wenigen Monaten „aus organisatorischen Gründen“ auf
CoeKult tritt von der Bühne ab

Coesfeld. „Wir hatten so viele Ideen, waren voller Elan.“ Hatten. Waren. Andrea Kohn benutzt mit hörbarem Bedauern in der Stimme die Vergangenheitsform, wenn sie über den Kulturverein CoeKult spricht. Den hatte sie vor wenigen Monaten zusammen mit weiteren Kulturschaffenden aus Coesfeld und Umgebung aus der Taufe gehoben. Seit der „Open Stage Spezial“ im Schlosspark ist es offiziell: CoeKult tritt von der Bühne ab.

Mittwoch, 27.08.2014, 10:00 Uhr

„Aus organisatorischen Gründen“, sagt Kohn, ohne ins Detail gehen zu wollen. Sie fügt lediglich hinzu, dass zwei Aktivposten des Vereins Coesfeld aus beruflichen und privaten Gründen verlassen haben beziehungsweise verlassen werden. Persönliche Differenzen im Vorstand habe es jedoch nicht gegeben, tritt Andrea Kohn derartigen Gerüchten entschieden entgegen.
Nun versuchen die Kulturfreunde zumindest für die Open Stage eine Perspektive zu finden. Denn die offene Bühne, die der Verein innerhalb kurzer Zeit erfolgreich etablierte, liegt Kohn und ihren Mitstreitern am Herzen. „Es wäre schön, wenn sich Menschen oder Organisationen finden, die dieses Angebot aufrechterhalten und damit vor allem jungen Kreativen ein Forum geben“, so Kohn. Und weiter: „Wenn ich an all die jungen Leute denke, die auf der Bühne ihr Innerstes ausgeschüttet haben und dabei gewachsen sind – es wäre wirklich traurig, wenn das nicht weitergehen würde.“ Wer in die Bresche springen möchte, wird gebeten, sich unter openstage.coesfeld@gmail.com zu melden.
Neben der Open Stage wollte CoeKult eine Vielzahl weiterer Veranstaltungen durchführen: Lesungen, Schauspiel-Workshops, Musik- und Tanz-Projekte. Vor allem Kinder und Jugendliche sollten Talente entdecken und ausleben. Gemeinsame Klammer: Der Zugang zu Kultur und das künstlerische Gestalten sollten möglichst wenig kosten, um möglichst viele Menschen teilhaben zu lassen.
Gleichwohl: „Jede Veranstaltung ist natürlich mit Kosten verbunden. Allein die Gema-Gebühren schlagen zu Buche. Das nur über freiwillige Spenden der Besucher beziehungsweise Teilnehmer abzudecken, ist nicht möglich“, deutet Kohn einen weiteren Knackpunkt an, der zum frühzeitigen Aus für das Projekt CoeKult führte.

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