Heriburger Sprachfördergruppe setzte sich mit rhythmischem Sprechgesang auseinander
Über die Zukunft gerappt

Coesfeld. Der Kulturraum des Heriburg-Gymnasiums hat sich an diesem Morgen in ein Tonstudio verwandelt.

Mittwoch, 15.11.2017, 07:05 Uhr

Heriburger Sprachfördergruppe setzte sich mit rhythmischem Sprechgesang auseinander: Über die Zukunft gerappt
Studieren mit Referent Daniel Schneider einen Rap-Song ein: Die Schüler der Sprachfördergruppe am Heriburg-Gymmnasium. Foto: az

Mitten im Raum steht ein professionelles Standmikrofon, welches sofort die Blicke der Schüler der Sprachfördergruppe auf sich zieht. Auf einem Tisch stehen Laptop und ein Mischpult. Hinzu kommt ein gewaltiger Ghettoblaster. Zu Gast ist MC Daniel Schneider, freier Dozent für künstlerisch-kulturelle Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und zugleich Leiter der Rapschool NRW, die landesweit Musik- und Rap-Projekte an Schulen oder Bildungsinstitutionen durchführt.

An diesem Vormittag dreht sich für die Schüler alles um das Thema Rap. Zu Beginn des Workshops referiert Schneider über die Entstehungsgeschichte und die besonderen Merkmale dieser Musikrichtung. Übersetzbar mit „rhythmischem Sprechgesang“ ist der Rap eine Verbindung von Lyrik, Gesang und Musik. „Jeder Song hat eine Message, also eine Botschaft an eine bestimmte Person oder an die ganze Welt“, so Schneider. Kurz darauf beginnt auch schon die Arbeit an der Grundlage eines jeden Liedes, der Themenfindung. Schnell sind sich die zehn Schüler einig, dass es um das Thema Zukunft gehen soll. Schneider erklärt, worauf es beim Schreiben von Raptexten ankommt. „Rappen ist wie Gedichte schreiben und daher von eurem schulischen Alltag gar nicht so weit entfernt, wie ihr wohl vermuten würdet.“

Dann legen die Schüler los und Ruhe kehrt ein. Mit hochkonzentrierten Gesichtern bringen die Kinder ihre Gedanken zu Papier. „Ich bin wirklich begeistert, wie gut ihr bereits Deutsch sprechen und schreiben könnt“, lobt Schneider seine motivierten Workshopteilnehmer, die zum großen Teil erst seit eineinhalb Jahren in Deutschland leben und seitdem täglich am Heriburg-Gymnasium lernen. Wo es doch zwischendurch hakt, hilft Schneider, der im Nu zu allen Problemen Lösungen hat. Gemeinsam wird noch ein Refrain gedichtet, und dann wird es richtig spannend: Die Aufnahmen stehen an. Unter fachlicher Anleitung darf jeder Workshopteilnehmer den eigenen Text in das Standmikrofon mitten im Raum rappen. Nachdem alle gemeinsam noch den Refrain eingesungen haben, lässt Schneider bereits eine erste Rohfassung des gemeinsam produzierten Liedes durch den Raum schallen.

Nicht nur die Schüler, auch ihr Lehrer Matthias Ahrendt ist vom Ergebnis des Workshops begeistert.

Einen besonderen Dank spricht Ahrendt dem Kommunalen Integrationszentrum (KI) des Kreises Coesfeld und dem Förderverein des Heriburg-Gymnasiums aus, deren finanzielle Unterstützung dieses Projekt erst zu realisieren ermöglichte.

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