Coesfeld
Stadtgeschichte und Lieblingsscherben

coesfeld. Der Tag des offenen Denkmals lockte nahezu 150 Personen zu den vier Führungen an die Bernhard-von-Galen-Straße. Im Stundentakt gewährte Archäologin Sarah Koppelmann den Interessierten einen tiefen Einblick in die Stadtgeschichte. Obwohl im Bereich rund um die Evangelische Kirche die freigelegten Siedlungsspuren inzwischen wieder unter dem neuen Straßenpflaster verschwunden sind, gelang es der Archäologin mit vielen Plänen, Fotos und Fundstücken ein sehr anschauliches Bild der Grabungsergebnisse zu vermitteln.

Montag, 10.09.2018, 17:32 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 10.09.2018, 17:18 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 10.09.2018, 17:32 Uhr
Coesfeld: Stadtgeschichte und Lieblingsscherben
Archäologin Sarah Koppelmann zeigt ihre Lieblingsscherbe: aus einer Keramikschale des 17. Jahrhunderts. Foto: tie

Neben den Resten des ehemaligen Jesuitenklosters aus dem 17. Jahrhundert wurden Besiedlungsspuren gefunden, die bis ins 12. Jahrhundert zurückreichen. So wie man nach dem Zweiten Weltkrieg die Neuanlage der Bernhard-von-Galen-Straße über die zerstörte Klosteranlage führte, haben 300 Jahre vorher die Jesuiten ihre Kirche auf den Grundmauern einstiger Bürgerhäuser errichtet. Von den spätmittelalterlichen Stadthäusern fanden die Fachleute nicht nur Grundmauern, sondern Treppenteile, ein Wasserbecken, gekachelte Fußböden, Brunnen und Abfallgruben.

In der Gasse zwischen der einstigen Jesuitenkirche und dem Rathaus stieß man nur wenige Zentimeter unter dem Straßenniveau auf die blank gelaufenen mittelalterlichen Pflastersteine der alten Kronenstraße. Da die Berkel früher einen anderen Verlauf hatte, fand sich auch das Widerlager einer Brücke.

Die Archäologen sicherten schon über 1700 Fundstücke. „Wir forschen nicht, wir dokumentieren,“ beschrieb Sarah Koppelmann ihre Arbeit. Ob das befriedigend sei, fragte eine Teilnehmerin. „Ja,“ antwortete Koppelmann, „wenn die gefundenen Puzzleteile anschließend zusammen gesetzt werden.“ Sie sei gespannt, was sich im Bereich der Münsterstraße noch alles unter dem Asphalt verbirgt.

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