Coesfeld
Streit um Zigaretten und eine Flasche Rum

Coesfeld (jd). Wegen Raub in einem minder schweren Fall und Nötigung ist gestern ein 52-Jähriger aus Köln vor dem Schöffengericht am Amtsgericht Coesfeld zu 70 Tagessätzen á 50 Euro verurteilt worden. Die 3500 Euro wurden zur Bewährung ausgesetzt, 700 Euro muss er an eine gemeinnützige Organisation zahlen.

Donnerstag, 31.01.2019, 18:09 Uhr aktualisiert: 01.02.2019, 08:44 Uhr

Im Januar 2018 kam es in dem Elternhaus des Angeklagten in Coesfeld zu einem Streit mit seinen drei Geschwistern. Das Verhältnis sei ohnehin schon nicht gut gewesen, so der 55-jährige Bruder, der zum Tatzeitpunkt zusammen mit der Mutter im Elternhaus lebte. „Wir vermuteten, dass unser Bruder eine bipolare Störung hat und hofften, ihn davon zu überzeugen, sich Hilfe zu holen.“ Doch aus der Versöhnung wurde nichts. „Er wollte plötzlich grillen, schmiss den Kamin an und ist sehr aggressiv aufgetreten.“ Als der Angeklagte zu einer Flasche Rum griff, von der er ausging, dass sie seiner Mutter gehörte, wollte sein Bruder ihn vom Trinken abhalten. „Es war mein Rum und ich wollte, dass er am selben Abend noch wieder nach Köln fährt. Er sollte nicht bleiben.“ Daraufhin habe es ein Gerangel um die Flasche gegeben. Seiner Schwester habe der Angeklagte am selben Abend Zigaretten abgenommen, wie die 57-Jährige erzählte. „Ich wollte sie ihm nicht geben, er hatte mich im Klammergriff.“ Ob der Angeklagte am Ende tatsächlich eine Zigarette geraucht habe, konnten die Geschwister nicht eindeutig bestätigen. Zwei Mal war die Polizei an dem Abend vor Ort, sprach am Ende ein Hausverbot für den Angeklagten aus.

Ein Interesse an einer Strafverfolgung hatten die drei Geschwister gestern nicht, „wir wollen, dass ihm geholfen wird“, so der 55-jährige Bruder. Da seit dem Vorfall im Januar kein Kontakt mehr bestünde, wussten sie nicht, dass sich der Angeklagte bereits in Behandlung wegen der bipolaren Störung befinde.

Deswegen und weil der Angeklagte strafrechtlich vorher noch nicht in Erscheinung getreten sei, fiel das Urteil milde aus. Verteidiger und Staatsanwaltschaft waren einverstanden. „Sie arbeiten an sich, das ist das Wichtige“, so die Staatsanwältin.

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