Coesfeld
Neugierig auf Künstliche Intelligenz

Coesfeld. Freund oder Feind? Diese Frage stand beim wfc-InnovationsIMPULS zum Thema Künstliche Intelligenz für den Mittelstand im Pictorius-Berufskolleg im Raum. „Nicht pessimistisch blicken, sondern die Möglichkeiten und Chancen sehen“, resümiert Prof. Michael Bücker vor den rund 80 Teilnehmern.

Dienstag, 07.05.2019, 11:50 Uhr
Coesfeld: Neugierig auf Künstliche Intelligenz
Stießen mit dem Thema „Freund oder Feind – Künstliche Intelligenz für den Mittelstand“ auf breite Resonanz (v.l.): Armin Hagemeier (Hadoco GmbH), Dr. Jürgen Grüner (wfc), Prof. Michael Bücker (Fachhochschule Münster), Christian Holterhues (wfc) und Dr. Bernhard Kliem (Fachschule Maschinenbau & Technik am Pictorius-Berufskolleg). Foto: hlm

Der Statistiker der FH Münster zieht eine deutliche Grenze zwischen dem Utopischen und dem Realisierbaren. Computerbasierende Entscheidungen und Handlungen dienen der Unterstützung routinierter Arbeitsabläufe und nicht dem Ersatz menschlicher Kreativität und Empathie. Wobei durchaus Berufe ersetzbar werden, da macht Prof. Bücker keinen Hehl draus. Er verweist auf eine Statistik, in der 800 Berufe untersucht wurden. 50 Prozent der Tätigkeiten in den Jobs ließen sich durch Künstliche Intelligenz (KI) ersetzen. Fünf Prozent der Berufe könnten komplett wegfallen. Dafür entstünden neue Arbeitsplätze, die jedoch zusätzliches Wissen erfordern, so die Bilanz. Letztlich ist der Einsatz der KI stets ein individueller. Sie ist für ein Unternehmen, ob Industrie, Mittelstand oder Handwerk, ein maßgeschneidertes Produkt, dessen Wirtschaftlichkeit, Nutzen und Umsetzbarkeit geprüft werden müssen. Auf einen Flaschenhals weist der Münsteraner Mathematikprofessor hin. Es fehlen schlichtweg Experten zur Realisierung einer Idee. Die sind auf dem Markt, besonders im Münsterland, äußerst rar.

„Die Mail ist angekommen“, bestätigt ein Teilnehmer der Veranstaltung. Einige Sekunden vorher hatte Armin Hagemeier von der Hadoco GmbH mit einem Algorithmus aus einem fiktiven Datenbestand eines Unternehmens das Konsumverhalten der Kunden analysiert und Verkaufsprognosen abgeleitet. Ein Vertriebsmitarbeiter entscheidet selbstständig darüber, wann er mit einem potenziellen Interessenten in Kontakt tritt, und erhält von der Software verkaufsunterstützende Argumentationshilfen. Die Nahrung eines Algorithmus sind Daten. „Fangen Sie mit den Transaktionsdaten in Ihrem Unternehmen an“, empfiehlt der gelernte Versicherungskaufmann. Es braucht auch Kreativität und Sensibilität, um zu erkennen, wo Produktions- oder Entscheidungsprozesse automatisiert werden können. Und es muss Kapital zur Umsetzung her. Christian Holterhues von der wfc macht kurz auf Möglichkeiten der finanziellen Förderung aufmerksam und bietet kostenlose Beratungen für Unternehmen an. Auf eine wichtige Grundlage macht Dr. Jürgen Grüner (wfc) aufmerksam: Den Abbau der Skepsis gegenüber KI. „Die Akzeptanz ist keine Frage des menschlichen Alters, sondern der Einstellung“, so der Geschäftsführer der wfc.

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