Coesfeld
Wasserverbrauch steigt um 68 Prozent

Coesfeld (ude/fh/ds). Puh! Es ist geschafft. Die Hitze-Welle geht zu Ende. Heute soll es endlich etwas kühler werden. Anlass für uns, Bilanz zu ziehen, welche Folgen die Rekord-Temperaturen in Coesfeld hatten.

Sonntag, 28.07.2019, 11:00 Uhr
Coesfeld: Wasserverbrauch steigt um 68 Prozent
Abkühlung suchten gestern Nora, Moritz und Leonard mit ihrer Mutter (l.) im CoeBad. Auch Rüdiger, der mit seinem Vater (r.) da war, genoss es, den Extremtemperaturen zu entfliehen. Der Besucherrekord vom Juni wurde in dieser Woche allerdings nicht gebrochen. Foto: Falk Hemsing Foto: az

0 Krankenhaus: Die meisten Menschen im Stadtgebiet haben sich offenbar gut auf die Extreme eingestellt. „Es sind weniger als 20 Patienten in diesem Zusammenhang eingeliefert worden – die meisten davon jedoch indirekt wegen der Hitzefolgen, weil sie zum Beispiel ein Nierenversagen hatten, das begünstigt durch die Hitze und zu wenig Trinken ausgelöst wurde“, berichtet Claudia Koller, Pressesprecherin der Christophorus-Kliniken. Todesfälle wegen der Hitzewelle habe es keine gegeben. Stationär aufgenommen wurden nach ihren Angaben mehr Menschen, die dehydriert waren, unter Elektrolytstörungen litten, erhöhte Nierenwerte aufwiesen und verwirrt waren. Dabei handelte es sich vor allem um ältere Menschen. Damit die Patienten genug Flüssigkeit aufnehmen, bot die Krankenhaus-Küche an den heißen Tagen verstärkt Kaltschalen an sowie „leichte Kost“ wie Salate.

0 Freibad: „Die Stimmung bei uns im Coe-Bad ist super! Unsere Gäste genießen die Erfrischung im kühlen Nass sehr“, freut sich Antje Evers, Sprecherin der Bäder- und Parkhausgesellschaft. Der besucherstärkste Tag in dieser Woche war der Donnerstag. 1600 Menschen stürzten sich am heißesten Tag des Jahres in die Fluten. Rekordhalter bleibt in diesem Jahr aber der 25. Juni, als 1800 Badegäste gezählt wurden.

0 Wasserwerk: Der Wasserverbrauch ist in dieser Woche erwartungsgemäß enorm gestiegen. Die Stadtwerke Coesfeld, die neben Coesfeld auch Legden, Rosendahl und Rorup versorgen sowie bei Bedarf in Nottuln und Billerbeck zuliefern, geben sonst an einem durchschnittlichen Tag 9500 Kubikmeter Trinkwasser ab. „Am Donnerstag“, so Stadtwerke-Sprecherin Antje Evers, „waren es 16 000 Kubikmeter“. Das ist eine Steigerung von 68 Prozent. Wobei sie betont, dass die natürlich eine absolute Ausnahme war: „So viel können wir gar nicht jeden Tag fördern.“ 16 000 Kubikmeter entsprechen übrigens 33 mal der Füllung des Nichtschwimmerbeckens im Freibad, hat sie einen passenden Vergleich parat.

0 Getränke: Wer sich mit einem kühlen Mineralwasser erfrischen möchte, muss sich nicht sorgen. „Unser Lager ist auch nach der Hitzewoche noch gut gefüllt“, sagt Holger Sälker, Marktleiter bei Getränke Niewerth. Zwar gebe es Lieferengpässe seitens der Industrie, die zum einen nicht auf Lager produziere und zum anderen nicht auf ausreichend Leergut zurückgreifen könne. „Aber wir kooperieren mit vielen verschiedenen Lieferanten, so dass wir flexibel sind“, berichtet Sälker. Auch bei der Firma Trinkgut gibt Frederik Plesker Entwarnung. „Wir haben noch alle Arten von Mineralwasser vorrätig.“ Am meisten gefragt sei derzeit Wasser ohne Kohlensäure – in Glasflaschen.

0 Eisdielen: Die Eis-Bilanz fällt gemischt aus: Jorge Manuel Dos Santos Silva, Inhaber des Eiscafés San Remo am Markt berichtet, dass sich wegen der Hitze sehr viel weniger Menschen in die Eisdiele gewagt hätten. „Das ist aber normal bei diesen Temperaturen. Die meisten Leute kommen im Frühjahr“, erklärt Dos Santos Silva. Daniel Stronski, Inhaber des Roll ´n Cone am Marktplatz, machte die gleiche Erfahrung. Dafür habe es viel mehr Bestellungen gegeben. Überraschenderweise zieht Toni Manuse von Gelato Mio in Flamschen eine andere Bilanz: „Wir haben vier Mal mehr Kunden bedient als sonst.“

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