Coesfeld
Mit Schirm, Charme und Melodien

Coesfeld. Über 400 Besucher sind schon in gespannter Erwartung. Mit den Rücken zu ihnen bauen sich die Mitglieder des Crescendo-Chores auf der Bühne in der Aula der Freiherr-vom-Stein-Realschule auf. Erstaunte Blicke, denn die ersten Sätze kommen gar nicht von vorne, sondern von ganz hinten. „Da steht ja ein Tisch!“ ruft eine Frau. „Mit Sektkübel drauf!“ eine andere. „Hier wird gefeiert...“ Über den Mittelgang kommen sie langsam locker plaudernd nach vorn auf die Bühne, die sieben Mitglieder, die dem Chor schon so lange die Treue halten, wie er besteht: ein Vierteljahrhundert. Christiane Berning, Heike Köning, Ulrike Reepen, Regina Selting, Ursula Tenberge, Hannelore Terbeck und Chorleiter Helmut Kathmann lassen die Sektkorken als erste knallen – und dann drehen sich die anderen um, um den Abend auch musikalisch spritzig zu eröffnen: „Ein Hoch auf das, was vor uns liegt, dass es das Beste für uns gibt“, erklingt der Kult-Feier-Song von Andreas Bourani.

Dienstag, 01.10.2019, 15:50 Uhr
Coesfeld: Mit Schirm, Charme und Melodien
Das „Geburtstagskind“ macht sich mit einem gelungenen Konzertabend selbst das größte Geschenk zum 25. Foto: az

Das „Beste“ kann das Publikum an diesem Konzertabend tatsächlich in vollen Zügen genießen. Der Crescendo-Chor hat sich nicht nur bestens vorbereitet, er ist auch bestens aufgelegt, so dass die Töne nicht nur auf den Punkt fließen, sondern auch schwierige Stücke mit scheinbarer Leichtigkeit gemeistert werden – zum Beispiel die „Bohemian Rhapsody“ von Queen und Halleluja von Leonard Cohen. Die Zusage des Vorsitzenden Bernd Femmer,, dass der Chor die Freude am Jubiläum mit dem Publikum teilen will, wird Stück für Stück eingelöst. Ob bei „Time after time“ von Cindy Lauper oder Nenas „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“: Dass die Männer und Frauen vom Crescendo-Chor gerne miteinander singen – das ist ihnen bei jeder Nummer anzuhören und anzusehen. Und bei den schwierigen Stellen hilft der charmante alte Fahrensmann Helmut Kathmann seinem Chor durch ein klares und sicheres Dirigat – manchmal unterbrochen von Freudensprüngen. Immer wieder werden auch schöne Choreografien in die Darbietungen eingebaut – wie ein betrunkener Seemann oder Knalleffekte beim James-Bond-Titel „Skyfall“: „This is the end“...

Nein, das Ende des mit Pause dreistündigen Programms ist das noch nicht. Zwischendurch drehen auch die musikalischen Gäste, die fünf 6-Zylinder noch den Motor auf und reißen das Publikum mit ihrer witzigen A-Capella-Show mit. Von Udo Jürgens „Griechischem Wein“ mit neuem Text („Frankfurter Kranz“) bis zum Liebesleben eines westfälischen Ureinwohners („Ja, das gibt es!“) reichen die melodischen Späße. Sie tanzen den „Sandstein-Reggae“ und rufen Aquarius an: „Let the Sandstein in“. Besonders köstlich: ein in eine Tierarztpraxis verlegter Bernd-Clüver-Klassiker: „Der Junge biss den Hund von Monika.“ Die Jungs aus Münster treffen nicht nur die Töne, sondern zielen auch direkt aufs Zwerchfell des Publikums. Ein schöneres Geschenk kann es für den jubilierenden Chor nicht geben!

Am Ende steht großer Dank. Bernd Femmer ehrt nochmal besonders Chorleiter Helmut Kathmann: „Ich hoffe, dass du dem Chor noch lange als musikalischer Leiter erhalten bleibst.“ Kathmanns kleine Enkelin Klara überreicht der begleitenden Pianistin Irina Nolte Blumen. Und natürlich dürfen die Musiker die Bühne nicht ohne Zugabe verlassen: Da gibt’s nochmal von 6-Zylindern und Crescendo-Chor gemeinsam vorgetragen den Freddy-Quinn-Klassiker „Heimweh“: „So schön, schön war die Zeit, so schön, schön war die Zeit...“ Besser kann man den Abend wohl nicht zusammenfassen.

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