Coesfeld
Lieder geprägt von Leid und Hoffnung

Coesfeld-Lette. Lebendig, mitreißend, aber auch melancholisch geht es am Sonntag (6. 10.) um 17 Uhr in der St.-Johannes-Baptist-Pfarrkirche in Lette zu. „Nobody knows the trouble I have seen“ – unter diesem Titel veranstaltet der Jugendchor der Gemeinde zusammen mit dem Bläserkreis St. Ludgeri aus Münster unter der Leitung von Dr. Magdalene Saal sein diesjähriges Konzert im Rahmen des musikalischen Halbjahresprogrammes der Kirchengemeinde.

Dienstag, 01.10.2019, 20:16 Uhr
Coesfeld: Lieder geprägt von Leid und Hoffnung
Der Jugendchor der Gemeinde St. Johannes Baptist Lette hat sich intensiv auf das Konzert am kommenden Sonntag vorbereitet. Foto: az

Um die Gospels und Spirituals mit dem „richtigen Gefühl“ singen zu können, hat Chorleiter Maximilian Kramer mit dem Jugendchor, der sich schon seit über einem Jahr auf das Konzert vorbereitet, zum Endspurt noch ein intensives Probenwochenende am Sorpesee verbracht, heißt es in der Presseankündigung.

Spirituals sind Lieder der aus Afrika verschleppten schwarzen Sklaven in Amerika, die auf den Baumwoll- oder Tabakplantagen ihrer „Herrschaft“ unter meist unwürdigen Bedingungen schuften mussten. Einen gemeinsamen Halt, Trost und Hoffnung für ihr sehnsüchtiges Verlangen nach Freiheit fanden sie im christlichen Glauben. Die frohe Botschaft vom Gott der Liebe und der Gerechtigkeit sowie die Hoffnung, dass das Schicksal sich zum Guten wenden werde, sind elementarer Bestandteil dieser Art der Musik.

Mit dem offiziellen Ende der Sklaverei entstanden die ersten Gospelsongs, die später auch von Blues- und Jazzelementen beeinflusst wurden. Aufgrund der kraftvollen Energie und ihrer intensiven spirituellen Qualität wurden Gospelsongs insbesondere bei Friedensbewegungen immer häufiger genutzt, um das Verlangen und die Entschlossenheit der Demonstrierenden gegen Krieg und Unrecht in der Welt zu artikulieren, denn gesungen erreicht die Botschaft oftmals mehr Menschen als lediglich gesprochen.

Unvergessen bleibt beispielsweise der Moment im Juni 2015, als der damalige amerikanische Präsident Barack Obama bei der Trauerfeier für die Opfer eines rassistischen Anschlags in Charleston das Lied „Amazing Grace“ anstimmte, das von der „Erstaunlichen Gnade“ Gottes in schweren Zeiten handelt. Ein Gänsehautmoment nicht nur in Amerika.

„Begeistert hat mich an Spirituals und Gospels schon immer, dass sie vor dem Hintergrund all diesen Leidens und der Würdelosigkeit der Sklaverei, von tiefem Vertrauen und oft sogar mitreißend fröhlicher Zuversicht auf eine von Gott gegebene bessere Welt geprägt sind“, so Kramer, der auch am Abend durch das Programm führen wird.

Dieses beinhaltet Chorsätze mit Klavierbegleitung und Bläserbearbeitungen bekannter Spirituals, mehrstimmige Songs in traditionell überlieferten Harmonien und zum Teil geradezu mitreißenden Rhythmen. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

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