Coesfeld
Auto an Kita mutwillig zerkratzt

Coesfeld. Eine böse Überraschung erlebte eine 37-jährige Mutter an einem Novembermorgen im vergangenen Jahr, nachdem sie ihr Kind in den Kindergarten gebracht hatte und zu ihrem Auto zurückkehrte. Die Fahrerseite ihres Pkw war zerkratzt. Der Vater der Frau, der auf der Rückbank im Wagen saß, hatte ein entsprechendes Geräusch – ein „Ratschen“ – gehört, in dem Moment, als eine Frau genau neben dem Auto entlanglief.

Mittwoch, 02.10.2019, 16:14 Uhr

Für diese Frau aus Lette hatte diese mutwillige Beschädigung nun ein gerichtliches Nachspiel. Sie wurde am Dienstag vom Amtsgericht wegen vorsätzlicher Sachbeschädigung und Fahrens ohne Fahrerlaubnis zu einer Geldstrafe von 1500 Euro verurteilt. Die 40-jährige Angeklagte hatte am 29. November ebenfalls ihre Tochter zur Kita bringen wollen und sich über die Fahrweise der Geschädigten geärgert, hieß es in der Verhandlung. Diese wiederum sagte aus, dass die Angeklagte in der verkehrsberuhigten Zone viel zu schnell gefahren sei. Die Angeklagte sagte aus, dass sie die fremde Autotür versehentlich mit dem Reißverschluss ihrer Jacke gestreift habe. Doch der Sachverständige betonte, dass ein 50 Zentimeter langer Kratzer in Wellenform kaum auf diese Weise entstehen könne. „Es handelt sich hierbei um einen klassischen Vandalismusschaden“, sagte er. Die Kratzspur sei aller Wahrscheinlichkeit nach mit einem Schlüssel verursacht worden. Der Lackschaden belief sich auf 608 Euro.

Doch nicht nur diese Sachbeschädigung, sondern auch Fahren ohne Fahrerlaubnis im Februar dieses Jahres führte zur Verurteilung. Die 42-Jährige Mutter von drei Kindern sagte aus, dass sie ihr vierjähriges Kind außerplanmäßig aus der Kita in Coesfeld abholen musste, weil es sich übergeben habe. Sie habe keine andere Möglichkeit gesehen, als selbst mit dem Pkw von Lette nach Coesfeld zu fahren. Ihre Fahrerlaubnis hatte sie bereits im Mai 2018 verloren, nachdem sie mehrfach wegen Verkehrsvergehen auffällig geworden war. Unter anderem hatte sie Unfallflucht begangen, ihr Kind mehrmals ohne Sicherung im Auto befördert, die Höchstgeschwindigkeit überschritten und war bei Rot über die Ampel gefahren. In ihrem Vorstrafenregister fanden sich auch Einträge wegen Diebstahls und vorsätzlicher Körperverletzung. Der Richter redete der Beschuldigten ins Gewissen: „Sie müssen sich am Riemen reißen. Da ist nicht mehr viel Luft nach oben.“ Falls sie das nächste Mal gegen das Gesetz verstoße, drohe eine Freiheitsstrafe.

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