Coesfeld
Rollstuhlsport ins Visier genommen

Coesfeld. Im Rollstuhl zu sitzen und sportlich aktiv zu sein – das schließt sich nicht gegenseitig aus, wie der Aktionstag für Rollstuhlfahrer, veranstaltet von der DJK Eintracht Coesfeld VBRS, deutlich machte. Zehn Rollifahrer waren der Einladung in die DJK-Sporthalle an der Dieselstraße gefolgt, teilweise in Begleitung von Familienmitgliedern, um Sport in der Gemeinschaft zu erleben. Ein Erlebnis, das nicht auf eine einmalige Veranstaltung beschränkt bleiben soll. Die DJK-VBRS möchte ein spezielles Kursangebot für Rollstuhlfahrer in ihr Programm aufnehmen, sofern sich genug Interessierte finden.

Sonntag, 06.10.2019, 15:00 Uhr
Coesfeld: Rollstuhlsport ins Visier genommen
Ein Volltreffer war der Rollstuhlfahrer-Aktionstag für Teilnehmer und Veranstalter. Wie hier beim Bogenschießen loteten die Aktiven neue Bewegungsspielräume aus. Fotos: Elvira Meisel-Kemper Foto: az

Vera Thamm und Fruzsina Jegeneyes, beide Übungsleiterinnen der DJK-VBRS mit Schwerpunkt Reha-Sport, hatten den Aktionstag initiiert und mit Axel Görgens und Patrick Moser vom Behinderten- und Rehabilitationssportverband Nordrhein-Westfalen zwei erfahrene Unterstützer ins Boot geholt. „Viele Rollstuhlfahrer haben noch nie ein Rollitraining gemacht. Die besten Vermittler sind die professionellen Rollstuhlsportler“, so Görgens, der im Unterschied zu Moser nicht auf den Rollstuhl angewiesen ist. Im Rolliparcours loteten die Teilnehmer ihre Bewegungsspielräume aus. Für Matthias Ubbenhorst aus Gescher war vieles neu. „Rückwärtsfahren mit dem Rollstuhl habe ich noch nie gemacht. Das war eine ganz neue Erfahrung für mich“, so Ubbenhorst.

Nach der Mittagspause entschied sich Ubbenhorst für die Volleyballgruppe, während nebenan Bogenschießen als Sportart vorgestellt wurde. Beim Volleyball kam ein Spezial-Ball zum Einsatz. „Das ist ein latexfreier Luftballon, der die Schlagrichtung hält. Dieses Spiel mit dem Spezialluftballon wurde in Japan entwickelt als Inklusivsportart für Rollstuhlfahrer und Sportler ohne Handicap“, erklärte Moser. Angehörige könnten auf diese Weise zusammen mit dem Rollstuhlfahrer Sport treiben. Genau das war auch das Anliegen von Thamm und Jegeneyes.

Beide Übungsleiterinnen wurden in der Vergangenheit immer wieder darauf angesprochen, ob die Gründung einer Rollstuhlfahrersportgruppe nicht eine Option wäre. „Zwischen Herten und Münster gibt es außer in Haus Hall in Gescher kein ähnliches Angebot. Es wäre schön, wenn das hier in Coesfeld zustande käme“, wünschte Görgens.

7 Interessenten können sich im Sport- und Gesundheitszentrum mobile, Haugen Kamp 28, Tel. 02541/8873322, melden. Der Kurs unter der Leitung von Vera Thamm und Fruzsina Jegeneyes soll donnerstags in der Zeit von 18 bis 19 Uhr in der Pestalozzi-Schule, Grimpingstrasse 88, stattfinden. Der Kurs kann über eine entsprechende Reha-Sport-Verordnung oder als Selbstzahler besucht werden.

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