Coesfeld
Fesselnde Liebeserklärung

Coesfeld. Wie leise schwingende Flügel bewegen sich die Arme des Paares spiegelgleich, folgen geschmeidig dem Klang der Musik, bis sie sich umfangen, die Körper sich in den Tango fallen lassen.

Dienstag, 29.10.2019, 16:02 Uhr
Coesfeld: Fesselnde Liebeserklärung
Nicole Nau (2.v.l.) und Luis Pereyra (4.v.l.) präsentieren ihre Leidenschaft für den argentinischen Tango und ihre Liebe zur Kultur des Landes in mitreißenden Tänzen und faszinierenden Rhythmen. Foto: Ursula Hoffmann

Im Zentrum eines magischen Rausches von Klängen, Bewegungen und Farben stehen die Düsseldorferin Nicole Nau, die dem Ruf des Tangos nach Buenos Aires folgte und ihr Ehemann und Tanzpartner Luis Pereyra, der berühmteste Tangotänzer Argentiniens, dem Musik und Rhythmus der argentinischen Folklore im Blut liegen.

Die beiden bilden eine faszinierende Einheit, mit der sie die vom ersten Moment an das Publikum im ausverkauften Konzert Theater gefangen nehmen.

Begleitet werden sie von einem charismatischen Sänger und vier weiteren Tanzpaaren. Gemeinsam feiern sie in ihrer neuen Show „Vida! Argentino“ nicht nur in Tanz, Musik und Gesang die Faszination des Tangos in allen seinen Facetten, sondern auch das Lebensgefühl und die Traditionen Argentiniens.

Großartig die weichen, fließenden Bewegungen der Tänzer, bei denen sich die Beine in rasender Schnelle wie Schlangen umeinander winden und die Füße den Rhythmus in den Boden klacken, während die Oberkörper fast bewegungslos bleiben. Zahllose Schrittfolgen erwachsen harter Arbeit, werden aber mit spielerischer Leichtigkeit getanzt. Die mitreißende Musik vereint Romantik, Melancholie, Temperament und Spaß.

In ständig neuen Kostümen, kombiniert mit passender Beleuchtung, wechselt die Stimmung von leidenschaftlich über verträumt bis zu verspielter Leichtigkeit.

So erinnert ein Paartanz an übermütig über die Weide tollende Fohlen. Oder die Frauen schweben in bunten weiten Kleidern wie Schmetterlinge über die Bühne – ein betörendes Bild. Kleine Intermezzi in traditioneller Kleidung führen in die Geschichte des Landes.

Großartig ein mystisch-ritueller Totentanz mit Masken und Speeren, bei dem am Ende ein archaisches Menschenopfer steht. Auf der Bühne aber stehen nicht nur Tänzer, sondern Multitalente, die immer wieder auch zu Gitarren und Trommeln greifen, den Rhythmus sprechen lassen und sich gegenseitig etwa bei den Steppeinlagen der Männer zu Höchstleistungen anstacheln.

So ist diese Show nicht nur ein Erlebnis für alle Sinne, sondern wird zu einer fesselnden Liebeserklärung an Argentinien, die in einen unglaublichen Auftritt Pereyras als Gaucho mündet, bei dem die Boleadoras sprechen. Ursprünglich Schleuderwaffen zum Einfangen von Tieren, sind sie heute ein tänzerisches Ausdrucksmittel.

Die surrenden Seile zeichnen in irrem Tempo magische Kreise in die Luft, das knallende Aufschlagen der Kugeln und das rhythmische Spiel der Füße verbinden sich unter donnerndem Applaus zu einer sensationellen optischen und akustischen Impression. Und am Ende steht noch einmal ein temperamentvoll getanzter Tango in roten Kleidern. Bravo!

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