Coesfeld
Hereinspaziert bei „Parents for future“

Coesfeld. Im ehemaligen Mode-Laden Platium an der Bernhard-von-Galen-Straße stehen noch zwei „Unterkörper“ von Schaufensterpuppen herum. „Kopflos – wie eure Politik“ prangt darüber ein Spruch auf der Scheibe und zeugt davon, dass in diesem leer stehenden Lokal zumindest vorübergehend ein neues „Label“ Einzug gehalten hat: die „Parents for future“, die wie die regelmäßig freitags streikenden Schüler für den Klimaschutz trommeln. „Wir haben hier unser Info-Büro eingerichtet“, berichtet Eliza Diekmann, Mitbegründerin der Coesfelder Ortsgruppe der weltweiten Bewegung. Der Vermieter habe es kostenlos zur Verfügung gestellt – dafür seien sie sehr dankbar.

Mittwoch, 13.11.2019, 10:54 Uhr
Coesfeld: Hereinspaziert bei „Parents for future“
Eliza Diekmann lädt Interessierte jeden Freitag von 9 bis 12 Uhr ins neue Info-Büro von „Parents for Future“ in der Bernhard-von-Galen-Straße ein. In der Hand hält sie das Plakat für die erste Großdemo, die die Gruppe in Coesfeld plant. Am 29. November um 14 Uhr ist es so weit. Foto: Detlef Scherle

Zahlreiche bunte Plakate, gestaltet von Schülern der Kreuzschule, hängen im Schaufenster und sollen Passanten darauf aufmerksam machen, worum es geht: „Zwei Grad mehr – und die Eisbären leben bald nicht mehr.“ Letztendlich sei die Klimafrage aber auch eine Zukunftsfrage für die Menschheit, macht die 33-jährige Coesfelderin deutlich. „Wie dringlich es ist zu handeln, ist bei vielen immer noch nicht angekommen“, bedauert sie. Und auch in Coesfeld, wo vom Stadtrat das symbolische Ausrufen des „Klimanotstandes“ abgelehnt wurde und Baumstandorte in der Innenstadt nicht baurechtlich abgesichert werden sollen, gebe es offensichtlich noch viel zu tun. Das städtische Klimaschutzkonzept gehe zwar in die richtige Richtung – „es könnte aber viel ambitionierter sein“, meint sie. Da wollten sie Druck machen.

Drinnen im Laden ist es noch recht kahl: leere Regale, aber ein großer Tisch mit bunten Info-Materialien und Stühle, auf denen jeden Mittwochabend ab 20 Uhr die Mitglieder der Gruppe Platz nehmen, um ihre Aktionen zu planen. Über 40 Mitstreiter sind inzwischen dabei. Eine erste ganz große Veranstaltung haben sie schon fest im Visier: Am 29. November findet in Coesfeld die zentrale Demonstration im Kreis Coesfeld anlässlich des „globalen Klimastreiks“ statt. Der Zug soll ab 14 Uhr am Bahnhof starten und auf dem Marktplatz enden – mit Zwischenstopps auf großen Straßenkreuzungen, wo per Sitzstreik der Verkehr punktuell lahmgelegt werden soll. „Schweigeminuten fürs Klima.“ Extra um 14 Uhr startet der Protestmarsch, damit auch möglichst viele Schüler (ohne streiken zu müssen) und Lehrer direkt nach dem Unterricht teilnehmen können.

Die „Parents“ reden übrigens nicht nur. Sie packen auch an. Gemeinsam mit ihren Kindern haben sie schon rund um den Kindergarten „Die Arche“ an der De-Bilt-Allee Müll aufgesammelt. An jedem letzten Donnerstag im Monat um 15 Uhr sollen weitere Müllsammelaktionen an anderen „Brennpunkten“ im Stadtgebiet folgen, die jeweils vorher bekannt gegeben werden.

„Es geht natürlich um die Politik, aber auch darum, jeden einzelnen zu Verhaltensänderungen zu bewegen“, findet Eliza Diekmann. Wie der eigene CO2-Fußabdruck aussieht, können sich Interessierte auch bei einem Besuch im Info-Büro der „Parents for Future“ am Computer ausrechnen lassen, um Ansatzpunkte dafür zu bekommen, was man für mehr Klimafreundlichkeit tun könnte. Ein Plakat dafür hat Eliza Diekmann schon gemalt. Die Hardware wird noch pünktlich zur ersten Ladenöffnung am Freitag (15. 11.) installiert.

7 Kontakt: coesfeld@parentsforfuture.de

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