Coesfeld
Schüler stellen kritische Fragen zum Frieden

Coesfeld (ude). Mit einem politisch-philosophischen Beitrag haben Schülerinnen und Schüler aus dem Philosophiekurs Q 2 (Abiturjahrgang) die Teilnehmer der traditionellen Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag aufhorchen lassen. Gemeinsam mit ihrem Lehrer Tobias Ewering hatten sie Texte vorbereitet, die zwar an das historische Geschehen und Gedenken der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft anknüpften, aber zugleich den Bogen schlugen zu heutigen Krisenherden. Die Jugendlichen fragten nach politischer und moralischer Verantwortung und stellten das Postulat „Frieden ist nicht verhandelbar“ in einen philosophischen Kontext.

Montag, 18.11.2019, 18:06 Uhr
Coesfeld: Schüler stellen kritische Fragen zum Frieden
Die Stadtkapelle (l.) und der Gospelchor Joyful Singers (r.) sorgten für den musikalischen Rahmen bei der Gedenkveranstaltung am Ehrenmal an der Letter Straße. Foto: az

„Man hätte eine Stecknadel fallen hören können“, berichtete im Anschluss eine Teilnehmerin über die große Aufmerksamkeit. Am Beispiel der Krimkrise und des Bürgerkriegs in Syrien riefen die Schüler aktuelle Fälle von Krieg und Gewaltherrschaft ins Bewusstsein und fragten nach der Rolle deutscher Rüstungsexporte: „Sollte Deutschland nicht andere Wege zur Friedenssicherung einschlagen“?, wurden sie politisch. Deutschland müsse sich seiner Verantwortung stellen und in Gemeinschaft mit der EU „andere Lösungen finden, um seine humanitäre Schutzfunktion auszuüben.“ Anknüpfend an Thesen des Philosophen Immanuel Kant legten die Schüler dar, dass der Mensch von Natur aus nach Wohlergehen und Frieden strebe. Öffnung und Begegnung seien wichtige Voraussetzungen.

Musikalische Akzente setzte neben der Stadtkapelle auch der Gospelchor Joyful Singers unter anderem mit dem Song „Freedom is coming“, der sich perfekt an den Beitrag der Schüler anschloss. Die Gedenkstunde endete mit der Niederlegung von Kränzen und Blumen nicht nur am Soldaten, sondern auch am Mahnmal, das Prof. Jörg Heydemann gestaltet hat.

7 Am Totensonntag (24. 11.) beginnt mit dem Gottesdienst um 10 Uhr in St. Johannes Lette die Gedenkfeier für die Toten der Weltkriege und Opfer der Gewaltherrschaft. Begleitet von der Stadtkapelle ziehen die Teilnehmer im Anschluss zum Ehrenmal. Die Gedenkrede hält Bürgermeister Öhmann. Musikalische Akzente setzt auch der Männerchor St. Johannes.

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