Erich Gueng bei der „Parents for future“-Bewegung
Den Sturz von der Klippe verhindern

Coesfeld. Die derzeitige Notlage der Menschheit und des Planeten zu beschreiben, fällt ihm nicht schwer. „Wir sind wie Lemminge, die auf eine Klippe zulaufen und manche sind schon in die Tiefe gestürzt“, stellt Erich Gueng klar. Der Billerbecker ist Inhaber eines Software-Unternehmens in Billerbeck. Er hat Meteorologie studiert und beschäftigt sich seit 2016 intensiv mit dem Klimawandel. Auf Einladung der „Parents for future“ hat Gueng – natürlich am Freitag – mit den Mitgliedern der Coesfelder Bewegung um Mitbegründerin Eliza Diekmann über die Zukunft des Planeten diskutiert.

Freitag, 22.11.2019, 17:38 Uhr aktualisiert: 24.11.2019, 16:20 Uhr
Erich Gueng bei der „Parents for future“-Bewegung: Den Sturz von der Klippe verhindern
Im Gespräch mit Eliza Diekmann (r.) und weiteren Anhängern der „Parents for future“ kritisiert der Billerbecker Erich Gueng unter anderem das Klimapaket der Bundesregierung und fordert ein Zeichen der Kommunalpolitik. Foto: Leon Eggemann

„Es handelt sich um eine Klimakatastrophe, die im vollen Gange ist“, macht Gueng deutlich. „Die Situation ist wie ein Meteoriteneinschlag.“ Einziger Unterschied: Der Einschlag dauere Sekunden, der Klimawandel Jahre. Das Ergebnis sei gleich. „Es ist quasi wie in einem Weltuntergangs-Kinofilm“, ergänzt Eliza Diekmann. „Nur haben wir noch ein wenig Zeit.“ Dafür müsse sich jedoch dringend etwas ändern.

Gerade mit der Klimapolitik der Bundesregierung zeigt sich Gueng unzufrieden. „Das Signal, das das ‘Klimapaketchen’ sendet, ist fatal“, erklärt er. „Es gibt der Bevölkerung das Gefühl, dass die Situation gar nicht so verheerend ist.“ Vielmehr solle gerade die Kommunalpolitik ein Zeichen für den Klimaschutz setzen. „Wir müssen hier vor Ort ein noch viel ambitionierteres Klimaschutzkonzept entwickeln“, fordert Eliza Diekmann. Vor allem der Kreis Steinfurt habe beispielsweise mit dem Windpark einen Schritt in die richtige Richtung gemacht, lobt Gueng.

Doch nicht nur auf Bundes- oder Kommunalebene müsse klimatechnisch etwas getan werden – vielmehr fange dieser bei jedem Einzelnen zu Hause an. „Letztlich müssen die Menschen auf Flugreisen verzichten, weniger Fleisch konsumieren, Autofahrten vermeiden und ihren Konsum einschränken“, verdeutlicht Eliza Diekmann. „Wir dürfen nicht in eine Ohnmachtshaltung verfallen.“

Für nächsten Freitag haben die „Parents for future“ bereits eine Demonstration anlässlich des „globalen Klimastreiks“ geplant. Ab 14 Uhr startet der Zug vom Bahnhof und steuert den Marktplatz an, um auch dort auf den Klimanotstand aufmerksam zu machen. Schließlich sollen nicht noch weitere Lemminge von den Klippen stürzen.

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