Historische Spurensuche der Brüder Dieter und Hans-Jochen Westendorf
„Wie Gott nach Coesfeld kam“

Coesfeld. Ganz akribisch haben sich die Brüder Dieter (76) und Hans-Jochen (82) Westendorf in ein neues Thema eingearbeitet. „Wie Gott nach Coesfeld kam. Kleine Geschichte der Christianisierung von Paulus bis Liudger“ nennen sie das Ergebnis. Es ist ihr viertes Buch. Der Leser wird mit auf eine Reise von der Entstehung des Christentums im Nahen Osten bis zur Verbreitung der christlichen Religion im Münsterland genommen. Auch bildlich: Rund 20 Fotos in dem 144-Seiten-Werk hat Dieter Westendorf von Reisen an die Stätten des Christentums im In- und Ausland mitgebracht.

Dienstag, 03.12.2019, 11:12 Uhr
Historische Spurensuche der Brüder Dieter und Hans-Jochen Westendorf: „Wie Gott nach Coesfeld kam“
Dieter (l.) und Hans-Jochen Westendorf mit ihrem vierten und neuesten Buch. Foto: az

In allen vier Büchern, die sie bisher geschrieben haben, steht Coesfeld im Mittelpunkt. „Das ist unser gemeinsames heimatgeschichtliches Interesse“, erzählt der ältere Autor. Beide kommen eigentlich aus der naturwissenschaftlichen Richtung. „Wir haben aber beide ein humanistisches Gymnasium, das Nepomucenum in Coesfeld, besucht. Deshalb interessiert uns die Geschichte“, so Hans-Jochen Westendorf. Alle vier Bücher haben sie zusammen geschrieben und dafür auch gemeinsam recherchiert. Der letzte Stein des Anstoßes für die Vorarbeiten zum aktuellen Werk kam auch aus einer politischen Ecke. Der islamistische Terror und die Entstehung des Christentums vor dem jüdischen Hintergrund waren nach Angaben von Dieter Westendorf zwei Triebfedern.

In dem Buch erhellen sie unter anderem anhand verschiedener Quellen, dass Karl der Große, dessen Marschweg 779 über Bocholt, Coesfeld und Billerbeck nach Münster führte, auch eine bedeutende Rolle bei der Verbreitung des christlichen Glaubens spielte. Die Gründung der Lamberti-Kirche in Coesfeld erfolgte nach ihren Erkenntnissen sehr wahrscheinlich auf Königsgrund, der von Karl konfisziert worden war.

Weitere Ergebnisse ihrer historischen Spurensuche in zahlreichen Quellen: 783 wurde Coesfeld als christlicher Ort begründet. Damit gehört Coesfeld zu den ältesten Pfarreien im Münsterland. Entgegen der allgemein üblichen Geschichtsschreibung war allerdings nicht der Heilige Liudger der Wegbereiter für das Christentum in Coesfeld und Umgebung, sondern noch vor ihm Abt Beornrad.

Der Abt des Klosters Echternach kam im Gefolge Karls des Großen ins Münsterland und legte dort die Grundlagen für das spätere Bistum Münster mit Liudger als erstem Bischof. Bei Altfried, dem Biografen Liudgers, wurde Beornrad kaum erwähnt. Dessen Verdienste um die Christianisierung des Coesfelder Raumes stehen dafür nun im neuen Buch der Brüder Westendorf im Blickpunkt.

7 Am kommenden Donnerstag (5. 12.) um 17 Uhr stellen die Autoren ihr im Eigenverlag erschienenes Buch bei einer Lesung in der Bischofsmühle 10 in Coesfeld vor. Es ist für 12,80 Euro erhältlich bei Heuermann, in der Abtei Gerleve und in der Geschäftsstelle der Allgemeinen Zeitung in Coesfeld.

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