Bauausschuss einstimmig für Machbarkeitsstudie zum Mini-Tierpark im Stadtpark
„Das Bild eines Urhofs soll entstehen“

Coesfeld. Markus Köchling ist offenbar nicht nur ein Tier-, sondern auch ein Menschen-Flüsterer. Im Umwelt-Ausschuss des Stadtrates erzählt er am Mittwoch von Mini-Schafen, die nur neun Kilogramm wiegen. Von Alpakas. Vom Steinkauz. Und vom Europäischen Nerz, den er in Coesfeld auf dem „Grimpinger Hof“ züchten und später wieder auswildern möchte. „Die kleinen Biester liegen mir sehr am Herzen.“ Die Politiker hängen an den Lippen des Geschäftsführers der Firma Animal & Amusement (A&A) Parkdesign, als er berichtet, was er sich künftig alles im Stadtpark an der Billerbecker Straße vorstellen kann. „Das Bild eines Urhofs soll dort entstehen“, erläutert der Coesfelder. Und verspricht ein „einzigartiges Konzept“, durch das Coesfeld ein Alleinstellungsmerkmal erhalten könnte.

Freitag, 06.12.2019, 12:38 Uhr
Bauausschuss einstimmig für Machbarkeitsstudie zum Mini-Tierpark im Stadtpark: „Das Bild eines Urhofs soll entstehen“
Exotische Tiere wie Alpakas sollen den Erholungs- und Lernort „Grimpinger Hof“, der im Stadtpark entstehen könnte, auch bereichern. Die Firma Animal & Amusement Parkdesign mit den Geschäftsführern Jeanette Heindorf und Markus Köchling soll die Pläne jetzt konkretisieren. Foto: az

„Da ist sofort eine gewisse Faszination da“, zeigt sich nicht nur Gerrit Tranel (CDU) begeistert von den Schilderungen. „Eine interessante Kooperation mit den Schulen könnte entstehen“, spinnt er die Gedanken Köchlings weiter. Und auch Thomas Stallmeyer, sonst eher ein Mann harter Fakten, nennt die Idee, Naturerlebnisse mit Tieren zu schaffen, „besonders charmant“. „Es lohnt sich, dieses Event nach Coesfeld zu holen“, schwärmt nicht zuletzt Erich Prinz (Grüne).

„Noch etwas abstrakt“ findet nur Wolfgang Kraska (FDP) das Konzept. Und Theo Büker (Pro Coesfeld) erinnert daran, dass es noch zwei Teiche in kleinen Parks m Stadtgebiet gebe, die ehrenamtlich unterhalten werden – „auch die könnte man attraktiver machen“. Köchling legt dann nochmal menschenflüsternd nach – und am Ende stimmen auch FDP, Pro Coesfeld und Aktiv für Coesfeld/Familie zu, seine Firma mit einer Machbarkeitsstudie zu beauftragen. Für 17 850 Euro (Köchling: „Das ist ein Selbstkostenpreis. Da verdiene ich keine müde Mark dran.“) soll er detailliert darlegen, wie ein solcher Mini-Park mit kleiner Gastronomie im Stadtpark aussehen und wie er betrieben werden könnte. Businessplan inklusive.

Eines ist schon klar – und daraus macht Köchling auch keinen Hehl: Ohne Betriebskostenzuschuss der Stadt wird es nicht gehen. Etwa 100 000 Euro jährlich müssste sie beisteuern. Das klingt viel. Aber, so Köchling, darin enthalten seien auch schon die Kosten, die sowieso für die Parkpflege anfielen – mindestens 60 000 Euro. Parallel dazu soll die Verwaltung mal nachrechnen, was ein alternatives Konzept mit einem etwas größeren Wasserspielplatz auf dem Gelände im Betrieb kosten würde.

Wenn beides vorliegt, so Dieter Goerke (Aktiv für Coesfeld/Familie) müsse man dann kritisch prüfen: „Was können wir uns auf Dauer leisten?“ Das soll im nächsten Jahr geschehen.

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