Politiker bremsen Stadtverwaltung und Investor am Akazienweg aus
Bebauungsplan erstmal auf Eis gelegt

COESFELD. Vorläufig gestoppt hat der Bauausschuss des Stadtrates jetzt das Aufstellungsverfahren für den Bebauungsplan „Druffels Feld – Bereich am Akazienweg“. Die Verwaltung wollte am Mittwochabend eigentlich schon über die im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung eingegangenen Anregungen entscheiden lassen. Einstimmig entschieden sich die Politiker nach längerer Diskussion aber dafür, das auf Februar zu verschieben. Die Verwaltung erhielt den Auftrag, mit dem Investor von zwei geplanten Gebäuden in dem Plangebiet noch einmal zu sprechen, um Änderungen zu erreichen. „Es müsste möglich sein, einen Konsens hinzukriegen“, meinte Dieter Goerke (Aktiv für Coesfeld).

Freitag, 06.12.2019, 16:36 Uhr
Politiker bremsen Stadtverwaltung und Investor am Akazienweg aus: Bebauungsplan erstmal auf Eis gelegt
So stellt sich die Projektentwicklungsgesellschaft Brüning + Hart aus Münster die Bebauung der Freifläche an der Ecke Akazienweg/Am Wietkamp vor. Zeichnung: Büro Brüning + Hart Foto: az

Unweit der Kreuzschule sollen auf dem freien Grundstück an der Ecke Am Wietkamp/Akazienweg zwei dreigeschossige Wohnhäuser mit 20 Wohnungen entstehen. Im Erdgeschoss des einen Hauses will der Betriebshilfsdienst eine Tagespflege einrichten. Viele Anlieger finden, dass die Baukörper „überdimensioniert“ sind und nicht dorthin passen. Sie hatten sich auch in einem Brief an Bürgermeister Heinz Öhmann darüber beschwert, von dem Vorhaben erst aus der Zeitung erfahren zu haben. Inzwischen hat eine Bürgerinformationsveranstaltung stattgefunden. Die harsche Kritik an dem Bauvorhaben ist geblieben. Im Ausschuss griffen vor allem SPD, Pro Coesfeld, Aktiv für Coesfeld und Grüne diese auf. „20 Wohneinheiten an der Stelle – das ist zu viel“, äußerte sich Thomas Stallmeyer (SPD). Die Akzeptanz der Anwohner sei dafür einfach nicht da. Maximal zweimal sechs Wohneinheiten kann sich Erich Prinz (Grüne) auf dem 2000 Quadratmeter großen Areal vorstellen. Außerdem sollten dem Investor im Rahmen eines städtebaulichen Vertrages Klimaschutzmaßnahmen auferlegt werden. Anders sah das Gerrit Tranel für die CDU: „Wir brauchen einen verlässlichen Beurteilungsmaßstab“, reagierte er auf die für ihn willkürliche Forderung nach nur zwei mal sechs Wohneinheiten.

Verärgert über die Weigerung aus den Politiker-Reihen, den Bebauungsplan durchzuwinken, zeigte sich 1. Beigeordneter Thomas Backes. „Das ist Populismus“, erregte er sich über einzelne Wortmeldungen. „Wenn ich bezahlbare Wohnungen haben will, dann muss ich verdichten“, argumentierte er. Und auch für den Klimaschutz könne man nicht mehr tun, als zu verdichten. In diese Kerbe schlug auch Tranel, der darauf verwies, dass es hier abzuwägen gelte zwischen den Interessen der Anwohner und der ganzen Stadt.

Theo Büker (Pro Coesfeld) schlug am Ende vor, das Thema zu vertagen – die Verwaltung soll nochmal nachverhandeln mit dem Investor.

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